Jörg Löwer Geschrieben am 15 September, 2014

Volkstheater Rostock: GDBA und VdO beenden Friedenspflicht der NV Bühne-Beschäftigten

Ludwig BarnayDie Künstlergewerkschaften VdO und GDBA haben heute einen Brief an die Geschäftsführung der Volkstheater Rostock GmbH sowie den Deutschen Bühnenverein übersandt. Angesichts der aktuellen Entwicklung der Lage des VTR und der in der Öffentlichkeit diskutierten Strukturänderungen sehen wir uns veranlasst, die Friedenspflicht der von uns vertretenen Beschäftigten zu beenden. Hier der Brief im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Bolwin,
sehr geehrter Herr Latchinian,
sehr geehrter Herr Rosinski,

Ende des Jahres 2011 erfolgte durch den Deutschen Bühnenverein die Anfrage an die Gewerkschaften DOV, GDBA und VdO, ob die Bereitschaft bestehe, für die jeweils vertretenen künstlerisch Beschäftigten des Volkstheaters Rostock (VTR) Verhandlungen über einen Haustarifvertrag aufzunehmen.

In der Folge fanden, beginnend im März 2012, verschiedene Gesprächstermine über mögliche Gestaltungsvarianten für einen Haustarifvertrag für das VTR statt. Am 13.12.2012 wurden die bis dahin erzielten Ergebnisse in einer gemeinsamen Presseerklärung von GDBA, DOV und VdO zusammengefasst und die Bereitschaft signalisiert, tarifliche Vereinbarungen mit einem Verzichtsvolumen von über 6,2 Millionen EURO abzuschließen. Ein letztes Gespräch von Bühnenverein, VTR und Gewerkschaften fand dann am 23.04.2013 statt, nach dem im Grunde genommen schon ein formulierungsfähiges Zwischenergebnis der Verhandlungen hätte festgehalten werden können.

Danach sind die Gespräche von Arbeitgeberseite nicht mehr fortgeführt worden; das VTR erklärte im Dezember des Jahres 2013 den Austritt aus dem Deutschen Bühnenverein. Spätestens hierin sehen wir einen konkludenten Abbruch der Verhandlungen über einen Haustarifvertrag.

Aktuell sind damit die Tarifanpassungen der Jahre 2013 und 2014 für das VTR ungeklärt – ebenso wie die künftigen Tarifentwicklungen. Leider werden – trotz Aufforderung durch GDBA und VdO – zur Zeit mit diesen keine Verhandlungen geführt.

Angesichts der aktuellen Entwicklung der Lage des VTR und der in der Öffentlichkeit diskutierten Strukturänderungen sehen wir uns veranlasst, namens VdO und GDBA die Friedenspflicht der von uns vertretenen Beschäftigten zu beenden und kündigen hiermit die bestehende Vergütungsordnung für die unter NV Bühne fallenden Beschäftigten der Volkstheaters Rostock GmbH gemäß § 2 des 4. Tarifvertrages vom 12.04.2010 zur Änderung des NV Bühne vom 15.10.2002 fristgerecht zum 30.11.2014.

Selbstverständlich stehen beide Gewerkschaften für Gespräche zur Klärung der offenen Tariffragen zur Verfügung; insbesondere wird hiermit ausdrücklich das Angebot wiederholt, umgehend in Verhandlungen zum Abschluss eines Haustarifvertrages, der auch die künftigen Tarifentwicklungen für die Beschäftigten des VTR beinhalten kann, einzutreten.

Dieses Schreiben werden wir auch veröffentlichen. Kopien gehen dem Betriebsrat unter Vorsitz von Herrn Ingo Templin sowie der Aufsichtsratsvorsitzenden Eva-Maria Kröger mit der Bitte zur Weiterverteilung an die übrigen Mitglieder des Aufsichtsrates gesondert zu.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Könemann, Geschäftsführer VdO

Jörg Löwer, Präsident GDBA

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