Jörg Löwer Geschrieben am 7 Juni, 2016

Volkstheater Rostock: GDBA fordert Ende der Querelen

Ludwig BarnayDiesmal dürfte es endgültig sein: Sewan Latchinian ist zum zweiten Mal als Intendant des Rostocker Volkstheaters fristlos entlassen worden. Nachfolger soll nach Medienberichten der bisherige Intendant in Schwerin und Neustrelitz, Joachim Kümmritz, werden.

Dieses Ende mit Schrecken bedeutet hoffentlich zunächst auch ein Ende der Querelen, mit denen das Rostocker Theater in den letzten Jahren bundesweit in den Schlagzeilen war. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter muss endlich die psychische Belastung nachlassen, der sie durch die unsäglichen äußeren Umstände ausgesetzt waren. In den letzten Jahren konnte angesichts manchmal wöchentlich wechselnder Konzepte niemand wissen, woran er oder sie war. Die GDBA fordert, auch die finanziellen Belastungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dieser Zeit aufzuarbeiten – insbesondere muss der Rückstand gegenüber dem Flächentarifvertrag nachgeholt werden. Nach dem Austritt des Volkstheaters aus dem Deutschen Bühnenverein (DBV) hat es keine Tariferhöhungen mehr gegeben und bei Neueinstellungen gelten keine tariflichen Regelungen. Wir fordern deshalb das Volkstheater Rostock auf, so schnell wie möglich in den Arbeitgeberverband zurückzukehren und den Mitarbeitern die ihnen zustehenden Tarifsteigerungen nicht länger vorzuenthalten.

Die jahrelangen Personalstreitereien um das Rostocker Volkstheater – an kaum einem anderen Haus kam es zu so vielen Intendantenentlassungen – resultierten aus Diskussionen, die sich ausschließlich um finanzielle Aspekte drehten und Kunst und Menschen kaum bis gar nicht berücksichtigten. Ein gutes Theater konnte nach Ansicht der politischen Führungsebene nur eines sein, das wenig Geld kostet. Mit diesen pekuniären Fallbeilen muss jetzt Schluss sein!

Vor allem aber dürfen die Mitarbeiter nicht weiter Leidtragende eines Streits von Alphatieren sein – genauso wenig wie eines schon wieder anstehenden Intendantenwechsels.

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