Jörg Löwer Geschrieben am 3 Dezember, 2011

Volksinitiative: Theater und Orchester sind unverzichtbar

In Mecklenburg-Vorpommern hat sich die Volksinitiative „Für den Erhalt der Theater- und Orchesterstrukturen in Mecklenburg-Vorpommern“ neu gegründet und benötigt 15.000 Unterschriften, damit sich der Landtag wieder mit der Theaterförderung und der Festschreibung der Mittel beschäftigt. Die ersten Unterschriftenlisten sollen am 16. Dezember bei einer Demonstration vor dem Landtag übergeben werden. Sogar eine Klage wegen Untätigkeit gegen das Kultusministerium wird erwägt, wie Klaus Möbus, Leiter des Theaters Putbus, in der OSTSEE-ZEITUNG bestätigt (nachzulesen hier). Hier gibts die Unterschriftenlisten als PDF.

Wortlaut der Volksinitiative:
Der Landtag Mecklenburg-Vorpommern wird aufgefordert, unverzüglich die Rahmenbedingungen für den Erhalt der bestehenden Theater- und Orchesterstrukturen in ihrer Vielfalt in Mecklenburg-Vorpommern zu schaffen. Dazu gehört insbesondere eine auskömmliche finanzielle Unterstützung durch das Land.

Begründung:
Viele Standorte der Theater und Orchester des Landes sind in ihrer Existenz bedroht. Seit 15 Jahren wurden die Zuweisungen des Landes nicht erhöht. Es erfolgte auch keine Dynamisierung der Mittel, d.h. es fand keine Anpassung an Tarif- und andere Kostensteigerungen statt. Die Theater und Orchester haben in der Folge massiv Personal abgebaut und unter größten Anstrengungen ihre Einnahmen erhöht. Die Schmerzgrenze ist erreicht, zum Teil schon überschritten. Das „Diskussions- und Eckpunktepapier der Landesregierung zur Weiterentwicklung der Theater- und Orchesterstrukturen in Mecklenburg-Vorpommern 2010 – 2020“ der Landesregierung ist gescheitert.
Kooperationen und Fusionen von Theatern und Orchestern wurden nicht unter kulturpolitischen, sondern ausnahmslos unter finanziellen Gesichtspunkten gefordert und vorangetrieben. Darüber hinaus sind nachhaltige Einsparungen nach Kooperationen und Fusionen nicht nachgewiesen. Um die bestehenden Theater- und Orchesterstrukturen zu erhalten, ist vor allem eine auskömmliche finanzielle Unterstützung durch das Land unerlässlich. Die seit Jahren stagnierenden Zuweisungen des Landes im Rahmen des Finanzausgleiches sind nicht angemessen und müssen zumindest jährlich dynamisiert werden. Daneben ist ein zukunftsfähiges Konzept zur Stärkung und Entwicklung der Theater- und Orchesterstrukturen zu erarbeiten. Dies muss im Dialog mit den Theatern und Orchestern sowie den Kommunen erfolgen.

Namen und Anschriften der Vertreter/innen der Volksinitiative:
Anette Uhland
Bessiner Haken 4
18435 Stralsund
Sängerin am Theater Vorpommern

Prof. Dr. Hartmut Möller
Große Mönchenstr. 15
18055 Rostock
Musikwissenschaftler
Hochschule für Musik und Theater Rostock

Torsten Koplin
Am Gutshof 25
17217 Alt Rehse
Mitglied des Landtages M-V

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