Jörg Löwer Geschrieben am 11 Februar, 2011

Theater goes Film: Die singende Stadt – hingehen, anschauen, lernen!

Seit gestern läuft im Kino großes Theater. Der Filmemacher Vadim Jendreyko begleitet in seiner Dokumentation „Die singende Stadt“ die Entstehung von Richard Wagners Parsifal an der Stuttgarter Staatsoper. Calixto Bieitos Inszenierung wurde vergangenes Jahr zum Ereignis am größten Dreispartenhaus der Welt. Für manche auch zum Skandal – wie so oft bei dem spanischen Regisseur.

 

Aber unabhängig von der künstlerischen Einschätzung sieht man im Film, wie sich der gewaltige Theaterapparat in Bewegung setzt und die Mitwirkenden im Spannungsfeld zwischen künstlerischer Idee und umsetzbarer Realität um das Werk ringen.

 

Für Theaterschaffende wird hier nichts ungewöhnliches gezeigt, sondern Arbeitsalltag. Aber alle, die nicht verstehen oder verstehen wollen, warum Stadttheater und Opernhäuser aufwendige Strukturen brauchen, um große Kunst auf die Bühne zu stellen, sollten sich hier die Erklärung abholen. Der Kraftakt, den eine Operninszenierung darstellt, wird mehr als deutlich. Mühsal und Inspiration als Voraussetzungen für den Genuss des Publikums. Der Pressetext des Verleihs spricht von der „Oper als babylonischer Anstrengung und sinnlichem Vergnügen“ zugleich.

 

Ohne staatliche Zuwendungen wäre so etwas nicht möglich. Mit immer stärkeren Kommerzialisierungsforderungen schafft man so etwas ab. Mit schlanken Projektförderungsstrukturen in ensemblelosen Bespieltheatern gäbe es keine Wagner-Opern mehr.

 

 

Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken

Kategorien

Archive