Lisa Jopt

Solidarität mit Antonio Gerolamo Fancellu 

Hamburg, 08. Dezember 2022

Stellungnahme

Solidarität mit Antonio Gerolamo Fancellu

Unverhältnismäßiges Vorgehen gegen den Vorsitzenden des Lokalverbands Naumburg

Am Montag, den 07.11.2022, wurde Schauspieler und GDBA-Mitglied Antonio Gerolamo Fancellu vom Theater Naumburg fristlos entlassen und mit Hausverbot belegt. Grund dafür sei die Störung des Betriebsfriedens gewesen – dabei haben er und seine Kolleg:innen lediglich Informationskampagnen für bundesweit bessere Arbeitsbedingungen organisiert.

Das Theater Naumburg gehört zu den kleinsten Ensemble-Theatern in Deutschland. Seit der Spielzeit 2017/18 ist Antonio Gerolamo Fancellu ein unentbehrlicher Bestandteil dieses Ensembles und hat in zahlreichen Produktionen mitgewirkt. Darüber hinaus wurde er im April 2022 zum Vorsitzenden des GDBA-Lokalverbands Naumburg gewählt und ist Vater von zwei kleinen Kindern.

Gemeinsam mit weiteren Gewerkschaftsmitgliedern hat er mehrere Informationskampagnen für bessere Bezahlung gestartet und war darüber sowie über weitere Themen mit der Stadtverwaltung und dem Intendanten im Gespräch. Dabei konnte unter anderem eine Wochenarbeitszeit von 40 Stunden verabredet werden, wobei fünf Stunden als Vertrauensarbeitszeit für Vor- und Nachbereitungen bewertet wurden.  

Was als Erfolgsgeschichte startete, ist nun in eine Geschichte von beispielloser Arbeitsgeber-Härte ohne Konfliktmanagement gekippt.

Die GDBA ist entsetzt über das Vorgehen der Theaterleitung und äußert ihren Protest gegen die fristlose Entlassung von Antonio Gerolamo Fancellu in einem persönlichen Gespräch zwischen Intendant Stefan Neugebauer, Fachbereichsleiter Dr. Lars-Peter Maier und Sachgebietsleiterin Anna Mank.

Antonio Gerolamo Fancellu hat sein Amt stets gewissenhaft und verantwortungsbewusst im gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen ausgeübt, das Engagement der GDBA-Mitglieder in Naumburg wurde und wird bundesweit bewundert.

Antonio Gerolamo Fancellu ist nunmehr der dritte GDBA-Funktionär in Naumburg, der durch die örtliche Theaterleitung unter Druck gesetzt wird.

Alexander Günther, Landesvorsitzender der GDBA Ost: „Die fristlose Entlassung von Herrn Fancellu bedeutet auch eine Störung des Vertrauensverhältnisses zwischen der Theaterleitung und dem Ensemble. Daher fordern wir die Theaterleitung dringend auf, diesen Schritt zu überdenken.“

Lisa Jopt, Präsidentin der GDBA: „Das rigorose Vorgehen der Theaterleitung gegen unseren Kollegen ist völlig inakzeptabel, das bundesweite Zeichen verheerend.“

Die GDBA fordert die umgehende Rücknahme der Kündigung und des Hausverbots von Antonio Gerolamo Fancellu, sodass er sein Amt als Vorsitzender des Lokalverbands ungehindert ausüben kann.

 

 

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