Jörg Löwer Geschrieben am 17 Dezember, 2010

Schöne Bescherung: Demonstration für das THEATER BONN

Ludwig BarnayAm gestrigen Abend fand eine Demonstration gegen die Sparpläne am Theater Bonn und den kulturpolitischen Amoklauf von Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch statt.

Vor dem Theater hat u.a. der Landesvorsitzende der GDBA in NRW, Adil Laraki, folgende Rede gehalten:

Liebe Theater- und Kulturfreunde,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Theater Bonn hat in den letzten 10 Jahren mit all seinen Beschäftigten und Besuchern so viele Opfer wegen der Konsolidierung des Haushaltes dieser Stadt gebracht wie kein anderer Bereich in der Stadtverwaltung.

Mehr als ein Drittel der öffentlichen Mittel für das Theater wurden ihm weggenommen. Das sind sage und schreibe 14 Mio. €, die Jahr für Jahr eingespart wurden.

Über 230 sinnvolle Stellen wurden vernichtet und die Tanzsparte wurde eliminiert – was für eine Schande für eine Stadt wie Bonn!

Trotz all dieser schmerzhaften Maßnahmen wird die Bonner Bevölkerung mit Oper, Konzert, Schauspiel und der freien Szene auf einem sehr hohen Niveau bestens versorgt. Der große Hunger des Publikums nach Kunst und kultureller Bildung – verbunden mit der sehr guten Auslastung – ist der Nährstoff für den großartigen Einsatz und das besondere Engagement der Beschäftigten.

Und was macht die Politik?
Sie vergiftet und verödet mit ihren erneuten Einsparungsabsichten die Kulturlandschaft.

Kulturausgaben sind nicht dafür da, schwerwiegende Fehlentscheidungen der Stadt, bei der viele Millionen versenkt worden sind, auszugleichen! Die Kultur ist ein essentieller Bestandteil unserer Gesellschaft. Kulturlosigkeit macht uns arm!

Und dem Oberbürgermeister sage ich: Kümmern Sie sich lieber um die Bereiche, die bei Ihnen nicht funktionieren und lassen Sie Ihre Finger von diesem erfolgreichen Theater! Sonst werden Sie der Stadt Bonn einen großen Schaden zufügen!

Wenn die Politiker glauben, am Theater kann weiterhin gespart werden und nicht merken, dass die Schmerzgrenze längst überschritten wurde, dann irren Sie sich gewaltig!

Am Theater sparen heißt an der Zukunft sparen und an der Zukunft unserer Kinder. Wir sind alle dazu entschlossen, für den Erhalt des Bonner Theaters auf unsere Art zu kämpfen.

Wir sind kreativ, wir sind bunt, wir werden auf uns aufmerksam machen!

Wir haben Verbündete und es werden immer mehr!
Wir drohen den Politikern nicht, sondern wir versprechen denen einen entschlossenen Widerstand, wie sie ihn noch nie erlebt haben.

Wir gehen jetzt zum Rathaus und sagen den Politikern zu Ihren Einsparungsabsichten ein klares, eindeutiges und lautes „NEIN“.

Bis auf Widerruf ist der fröhliche, aber ernst gemeinte Widerstand hiermit eröffnet.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Hier das Video zur Demo vom 16.12.2010 auf YouTube:

Nachtrag vom 20.12.2010:

Das Kulturmagazin WDR 3 Mosaik mit Kornelia Bittmann hat den Beitrag Theater-Finanzen von Stefan Keim gebracht, in dem auch Adil Laraki zur Situation am Theater Bonn befragt wird und von seinen Erfahrungen aus Essen mit Bürgerbeteiligungs-Portalen im Internet berichtet. Dort war die Beteiligung wenig repräsentativ, obwohl sie für die Kultur positiv ausging. Er bezeichnet solche undurchdachten Umfragen ganz richtig als Abschieben von Verantwortung seitens der Politik. Außerdem gibt es ein Update zur Lage am Theater Hagen.

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