Jörg Löwer Geschrieben am 7 März, 2011

Schließung des Großen Hauses in Rostock: Offener Brief der Mitarbeiter

Nachdem der marode Zustand von den Entscheidungsträgern jahrelang ignoriert worden war, kam es Ende Februar zur Schließung des Großen Hauses des Rostocker Volkstheaters wegen gravierender Brandschutz- und Baumängel (nachzulesen hier in der Schweriner Volkszeitung). Die Sperrung der Spielstätte gilt ab sofort bis zum Ende der Spielzeit im Mai dieses Jahres. Wie es danach weitergehen könnte, wird derzeit geprüft. In der Diskussion stehen eine behelfsmäßige Sanierung oder die Nutzung von Ausweichspielstätten bis zum avisierten Neubau, der in 2018 stehen soll. Die Finanzierung dieses Neubaus bleibt allerdings bis heute ungelöst (nachzulesen hier auf der Homepage des NDR und hier in den Norddeutschen Neuesten Nachrichten). Zwar heißt es, dass Arbeitsplätze am Volkstheater nicht in Gefahr seien. Trotzdem stellt die Situation natürlich eine große Belastung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses dar, die sich diesbezüglich in einem offenen Brief zu Wort gemeldet haben:

An das sehr geehrte Publikum, die Damen und Herren Abgeordneten der Rostocker Bürgerschaft, den Herrn Oberbürgermeister!

WIR SPIELEN WEITER!

Das Große Haus ist zu. Wir spielen und arbeiten im Theater im Stadthafen, in der Kleinen Komödie, der Kunsthalle, in Schulaulen, in der Stadthalle, in der Nikolaikirche, in der Bühne 602, im Barocksaal, in der Yachthafenresidenz …

Die Rostocker Bürger wollen ein Theater.

Die Rostocker Bürgerschaft hat seit 1992 immer wieder ein funktionierendes Theater versprochen und ist den Rostockern ebenso lange die Einlösung dieses Versprechens schuldig.

Theater braucht einen festen Ort- ein Zuhause für Publikum und Mitarbeiter.

Wir, die Mitarbeiter der Volkstheater Rostock GmbH fordern:

1. die schnellstmögliche Umsetzung eines Theaterneubaues ,unter Einhaltung des Bürgerschaftsbeschlusses zur Zukunftssicherung des Volkstheaters als Vier-Spartenhaus, sowie einen korrekten Zeitplan dafür,
2. dass die Stadt für die entstandenen und entstehenden Kosten der durch ihr langjähriges unentschlossenes Handeln geschaffenen Situation eintritt, das heißt für die Anmietung zusätzlicher Spielstätten, Einnahmeverluste und daraus resultierende Subventionsausfälle, sowie die Kosten für eine funktionierende Spielstätte,
3. spätestens ab der Spielzeiteröffnung 2011/2012 einen ständigen, funktionierenden, der großen Bühne entsprechenden Spielort für Musiktheater, Tanztheater, Konzerte und Schauspiel.

SEHR GEEHRTES PUBLIKUM – WIR SPIELEN WEITER.

Wir danken Ihnen für Ihre Treue und freuen uns auf Ihren Besuch – vorläufig an vielen Orten, hoffentlich bald an einem festen großen Spielort in Rostock.

DIE MITARBEITER IHRES VOLKSTHEATERS ROSTOCK

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