Jörg Rowohlt Geschrieben am 20 April, 2015

Pressemitteilung zu Streiks am Staatsballett Berlin

Die Künstlergewerkschaften Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer (VdO) und Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) haben sich in einer gemeinsamen Presseerklärung zu den wiederholten Streiks des Staatsballetts Berlin geäußert:

 

Kombo_GDBA_VdO

Zu den Streiks am Staatsballett Berlin, zuletzt betroffen waren Choreographien von Nacho Duato, William Forsythe und Marco Goecke, erklären Jörg Löwer, Präsident der GDBA, und Tobias Könemann, Geschäftsführer der VdO:

Die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di bestreikt zum wiederholten Mal Proben und Aufführungen des Staatsballetts Berlin. Allerdings hätten die Forderungen der Tänzerinnen und Tänzer auch ohne schlagzeilenträchtige Arbeitskämpfe umgesetzt werden können, zum Teil sind sie ohnehin schon Bestandteil des geltenden Tarifvertrages. So entsteht vielmehr der Eindruck, es gehe um den Versuch von ver.di, in den Tarifbereich einzudringen, der von den Künstlergewerkschaften Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) und Vereinigung Deutscher Opernchöre und Bühnentänzer e.V. (VdO) vertreten wird. Nicht ganz uneigennützig sollen in Vorbereitung des geplanten Tarifeinheitsgesetzes quasi nebenher spürbare Mehrheiten für eine „Einheitsgewerkschaft“ gesichert werden.

Bundesweit verhandeln GDBA und VdO auf der Grundlage des Normalvertrags Bühne das geltende Tarifrecht für alle künstlerisch Beschäftigten der Theater und Opernhäuser – damit auch für die Tanzkompanien. Der NV Bühne ist ein – im weltweiten Vergleich beispielhaftes – Tarifwerk, das speziell auf die Belange künstlerischer Theaterarbeit zugeschnitten ist. Die Tänzer des Staatsballetts haben die Geltung der Regelungen des NV Bühne bei Vertragsabschluss unterschrieben. Ver.di fordert nun einen Haustarifvertrag mit der Stiftung Oper in Berlin, der die vermeintlich besonderen Berliner Arbeitsbedingungen berücksichtigt.

Neben der Tatsache, dass beispielsweise Regelungen zu Arbeitszeiten samt freien Tagen und Ruhezeiten bereits Gegenstand des NV Bühne sind, werden an anderen Theatern deutschlandweit mit den Personalvertretungen vor Ort regelmäßig weitere verbindliche Regelungen für die Beschäftigten in Dienstvereinbarungen getroffen, die eigens auf die jeweilige innerbetriebliche Situation zugeschnitten sind. Warum sollte das nicht in Berlin möglich sein?

Das Taktieren von ver.di hat dem Arbeitgeber darüber hinaus einen Vorwand geboten, den Beschäftigten eine den Tänzerinnen und Tänzern zustehende und bereits konkret von uns ausgehandelte Vergütungserhöhung von rund 400 Euro vorzuenthalten. Für deren Auszahlung werden sich GDBA und VdO weiterhin einsetzen. Danach würde die Gage eines Gruppentänzers 3.253 Euro betragen – mehr als von ver.di selbst gefordert wird.

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