Jörg Löwer Geschrieben am 14 April, 2015

Pressemitteilung zu Rostock: Hängepartie endgültig beenden!

Die Künstlergewerkschaften Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer (VdO) und Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) haben sich in einer gemeinsamen Presseerklärung zur gestrigen Entscheidung der Rostocker Bürgerschaft geäußert:

Kombo_GDBA_VdO

Zur gestrigen Entscheidung der Rostocker Bürgerschaft, die Entlassung des Intendanten Sewan Latchinian rückgängig zu machen, erklären Jörg Löwer, Präsident der GDBA, und Tobias Könemann, Geschäftsführer der VdO:

Wir begrüßen die Entscheidung der Bürgerschaft in Rostock, nach der Sewan Latchinian auch weiterhin Intendant des Volkstheaters bleiben soll. Damit ist die Chance verknüpft, die Arbeit des Theaters künftig wieder in geregelte Bahnen zu lenken. Es muss Schluss damit sein, dass den Beschäftigten eine existenzielle Unsicherheit und dem gerade wieder zunehmenden Publikum ein fehlendes künstlerisches Konzept zugemutet werden.

Die dringend erforderliche Stabilisierung der Situation setzt allerdings eine sachorientierte Zusammenarbeit zwischen Oberbürgermeister Roland Methling und Latchinian voraus. Deshalb appellieren wir an den Oberbürgermeister, die Entscheidung der Bürgerschaft zu akzeptieren und auf das ihm zustehende Widerspruchsrecht zu verzichten. Falls Methling Widerspruch einlegte, ginge die Hängepartie für das Theater weiter, weil dann Innenministerium und Gerichte gefragt wären. Eine geeignete Nachfolge für Latchinian zu finden, erscheint zudem angesichts der angespannten Situation des Hauses kaum möglich.

Abgesehen davon fordern wir weiterhin den Erhalt eines eigenproduzierenden Vierspartenhauses in Rostock. Das war seinerzeit Vertragsgrundlage bei Latchinians Anstellung. Das eigentliche Grundproblem in Rostock sind die fortdauernde Unterfinanzierung und der desolate Zustand des Gebäudes. Seit Jahren haben die künstlerischen Mitarbeiter Opfer gebracht. Nun dürfen sie für ihre Arbeit der letzten Monate nicht auch noch bestraft werden!

Deswegen muss der Beschluss der Bürgerschaft vom Februar, der auf eine De-facto-Abschaffung von zwei Sparten hinausläuft, ebenfalls zurückgenommen werden. Dem früheren Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse (SPD) ist zuzustimmen, wenn er darauf hinweist, dass das Rostocker Theater inzwischen wieder auf die Beine gebracht und bundesweit wahrgenommen werde.

Rückfragen: Tel. 040 4328244-0
Ansprechpartner: Jörg Löwer

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