Jörg Rowohlt Geschrieben am 18 Juni, 2019

Pressemitteilung: Theater müssen Diskursräume bleiben

Der Landesverband Ost der Künstlergewerkschaft GDBA hat heute eine Pressemitteilung zu den Ergebnissen der Kommunalwahlen in den ostdeutschen Bundesländern und zur Oberbürgermeisterwahl in Görlitz herausgegeben:

Logo-GDBA

AfD-ERGEBNISSE IN KOMMUNEN
Theater müssen Diskursräume bleiben

Die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger, Vertretung der künstlerischen Beschäftigten an den deutschen Theatern, bleibt trotz der Oberbürgermeisterwahlen in Görlitz und der zurückliegenden Europawahl alarmiert. In Görlitz hatte am Wochenende mit Octavian Ursu ein von allen demokratischen Parteien unterstützter Kandidat gesiegt, der als ehemaliger Betriebsratsvorsitzender des Gerhart Hauptmann-Theaters Görlitz-Zittau dessen Existenz sicher nicht in Frage stellen wird. Der Druck auf die Kulturszene ist mit den deutlichen Zugewinnen der AfD bei den Kommunalwahlen in den östlichen Bundesländern allerdings dennoch gewachsen – deren Vertreter werden nun auch vermehrt in die Aufsichtsgremien der Theater einziehen.

Wie schnell die Werte der freien Meinungsäußerung und der grundgesetzlich geschützten Kunstfreiheit unter die Räder kommen können, zeigt ein Fall am Mittelsächsischen Theater Freiberg: Dort hatte der Oberbürgermeister dem Druck der AfD nachgegeben und dem Intendanten unterstellt, „Wahlwerbung betrieben, Statuten verletzt und Geld zweckentfremdet zu haben“. Grund der Aufregung war eine Diskussionsveranstaltung unter dem Motto „Dialog – wir haben die Wahl“, die von der AfD als „linksgrünes Schmierentheater“ beschimpft wurde.

Der Landesvorsitzende Ost der GDBA, Alexander Günther, erklärt dazu:
„Die Theater dienen der Selbstvergewisserung einer Stadt. Ihre dem Publikum angebotenen Diskussionsräume tragen dazu bei, gesellschaftliche Risse zu kitten. Das ist heute notwendiger denn je.“

Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken

Kategorien

Archive