Jörg Rowohlt Geschrieben am 8. Oktober 2020

Pressemitteilung: Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin – Künstlergewerkschaft gegen Massenentlassungen

Die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) kritisiert in einer Pressemitteilung die geplanten Massenentlassungen am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin:

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Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin
Künstlergewerkschaft gegen Massenentlassungen

Am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin herrscht heftige Unruhe unter den Beschäftigten. Die neue Hausspitze, bestehend aus Hans-Georg Wegner und Christian Schwandt, die zur Spielzeit 2021/22 die Leitung übernehmen sollen, will sich mit rabiaten Massenentlassungen einführen. Nach Informationen der GDBA, der gewerkschaftlichen Vertretung der künstlerischen Bühnen-Angehörigen, sollen etwa 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den verschiedensten Bereichen nicht verlängert und damit praktisch in die Arbeitslosigkeit entlassen werden – unter anderem das gesamte Ballett.

Die GDBA protestiert entschieden gegen diesen Schritt, der nicht geeignet ist, den Betriebsfrieden und die hohe künstlerische Qualität des Hauses zu gewährleisten. Abfindungen in voraussichtlich sechsstelliger Höhe würden fällig, die Maßnahmen wie Kurzarbeitergeld während des Lockdowns ad absurdum führen. Solche flächendeckenden Nichtverlängerungen sind schon unter gewöhnlichen Umständen nicht zu rechtfertigen. Wir treten dafür ein, auch bei einem Intendantenwechsel zunächst mit dem vorhandenen Personal zu arbeiten.

In Corona-Zeiten ist dieser Schritt aber erst Recht in besonderem Maße verabscheuungswürdig, weil die nicht verlängerten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kaum eine Chance auf anderweitige Engagements haben werden – im Zuge allerorten zu beobachtender Sparmaßnahmen und schrumpfender Ensembles. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines durch den Staat getragenen Betriebes werden in die Arbeitslosigkeit gedrängt – mit am Horizont drohendem Hartz-IV-Bezug.

Aufsichtsrat und Kulturpolitik müssen Druck auf die kommende Doppelspitze ausüben.
Die GDBA fordert die neue Doppelspitze auf, keine Nichtverlängerungen auszusprechen.

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