Jörg Löwer Geschrieben am 2 Februar, 2016

Pressemitteilung: Kulturdumping in Rostock?

Zur Entscheidung des Rostocker Oberbürgermeisters, das traditionsreiche Volkstheater künftig auf ein Opernhaus reduzieren zu wollen, erklären Jörg Löwer, Präsident der GDBA, und Sabine Nolde, Landesvorsitzende der GDBA:

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Die Ankündigung von wilden Spartenschließereien im Volkstheater Rostock nimmt kein Ende. Nun hat Oberbürgermeister Roland Methling das Aus für die Sparten Schauspiel und Tanz verkündet und beruft sich dabei auf den Aufsichtsrat des Theaters und dessen kaufmännischen Geschäftsführer. Sein Entschluss wirft dabei mehr Fragen auf, als er Antworten gibt – und vor allem übersieht er, dass es Menschen sind, deren Arbeitsplätze zusammen mit den Sparten wegfallen. Dieser Personalabbau ist nicht hinnehmbar und trifft auf unseren entschiedenen Widerstand.

An die Stelle der bisherigen festen Ensembles in Schauspiel und Tanz soll offenbar Projektarbeit der freien Szene treten. Aber zu welchen vertraglichen Bedingungen? Soll die freie Szene weiterhin unter den gleichen prekären Bedingungen arbeiten, wie sie das angesichts knappster Finanzierung bisher tun muss? Dann wäre die Auslagerung von Schauspiel und Tanz nichts weiter als Sozialdumping.

Seit das Volkstheater 2013 den Arbeitgeberverband verlassen hat, erhalten die Beschäftigten keine Tariferhöhungen mehr. Nun ist die Rede davon, ab 2021 sollten die öffentlichen Zuschüsse mindestens in Höhe der Tarifabschlüsse dynamisiert werden. Auch hier wieder eine unbeantwortete Frage: Was ist bis dahin? Auf diese Weise würde für die Rostocker Beschäftigten der Abstand zur Fläche zementiert.

Wie die Vorgaben des Alleingesellschafters Rostock genau umzusetzen sind, soll in den nächsten beiden Wochen die Theater-Geschäftsführung im Schweinsgalopp festlegen. Wir sind gespannt.

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