Jörg Rowohlt Geschrieben am 20 August, 2015

Pressemitteilung: Künstlergewerkschaften gegen Kulturabbau in Thüringen

Die Künstlergewerkschaften Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer (VdO) und Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) haben sich in einer gemeinsamen Presseerklärung zu den heutigen Meldungen über drohende Fusionen und Spartenschließungen in Thüringen geäußert:

Kombo_GDBA_VdO

Theaterreform in Thüringen:

Künstlergewerkschaften gegen Kulturabbau

Jörg Löwer, Präsident der GDBA, und Gerrit Wedel, stellvertretender Geschäftsführer der VdO, erklären:

Mit Erstaunen und Verärgerung haben die Künstlergewerkschaften GDBA und VdO Berichte Thüringer Medien zur Kenntnis genommen: Demnach soll die dortige Staatskanzlei einen massiven Abbau von Theater- und Orchesterstrukturen im Freistaat planen. Unter anderem soll das Deutsche Nationaltheater Weimar die Opernsparte aufgeben. Ein Regierungssprecher hat bestätigt, dass zurzeit intensive Gespräche mit allen Beteiligten zur Zukunft der Thüringer Theater und Orchester laufen – zugleich aber die Existenz eines „konsentierten“, bereits fertigen Strukturpapiers bestritten.

In der Koalitionsvereinbarung von Linkspartei, SPD und Grünen in Thüringen findet sich die Formulierung, die Regierung strebe den „Erhalt aller Thüringer Theater und Orchester in ihrer bestehenden Form, Struktur und Bandbreite an“ und werde „gemeinsam mit den kommunalen Trägern für mehr Planungssicherheit und nachhaltige Qualitätssicherung bei Theatern und Orchestern langfristige Finanzierungsvereinbarungen abschließen“.
Die heutigen Pressemeldungen sprechen eine andere Sprache – danach würde sich Thüringen in die unselige Tradition des Kulturabbaus mit der Brechstange in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern stellen.

GDBA und VdO hielten es für fatal, wenn eine Theaterreform über die Köpfe der beteiligten Künstlerinnen und Künstler sowie ihrer Gewerkschaften hinweg durchgedrückt werden sollte. Wir appellieren deshalb an die Thüringer Staatskanzlei und Minister Benjamin-Immanuel Hoff (Linkspartei), den Dialog mit den Betroffenen zu führen.

Rückfragen: 040 4328244-0
V.i.S.d.P.: Jörg Löwer

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