Pressemitteilung: GDBA fordert gerechte Bezahlung von Tanzensembles an Stadttheatern

Geschrieben am 19.Februar 2016 von Jörg Rowohlt

Zu der nicht tarifvertragskonformen Beschäftigung von Tanzensembles an deutschen Stadttheatern äußert sich Jörg Löwer, Präsident der GDBA, in einer Pressemitteilung [1]:

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TANZENSEMBLES AN STADTTHEATERN

Künstlergewerkschaft fordert gerechte Bezahlung

Die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) startet eine Aktion, um die tarifvertragskonforme Bezahlung von Tänzerinnen und Tänzern zu erreichen.

Dabei geht es um mehrere hundert Euro monatlich, die aufgrund einer Tarifvertragsumgehung den Betroffenen vorenthalten werden. Seit einiger Zeit ist zu beobachten, wie Intendanten und Ballettdirektoren die tariflich festgeschriebene „Sonderregelung Tanz“ für die Tanzgruppenmitglieder im Normalvertrag Bühne wegen des auf ihnen lastenden Spardrucks aushebeln. Stattdessen werden ganze Tanzensembles als künstlerische Solisten eingestellt, um die Vergütungsregelungen der mit dem Chor gleichgestellten „Sonderregelung Tanz“ unterschreiten zu können – ohne, dass die betroffenen Tänzerinnen und Tänzer jemals solistisch tätig werden.
GDBA-Präsident Jörg Löwer: „Wir verlangen nicht mehr als die korrekte Eingruppierung der Tänzerinnen und Tänzer sowie die Anwendung der geltenden Regelungen zu Arbeitszeiten, Ruhezeiten und freien Tagen. Genau hierfür ist im NV Bühne mit der „Sonderregelung Tanz“ schon lange die tarifrechtliche Grundlage geschaffen. Die Theater müssen zur ordnungsgemäßen Anwendung von Gruppenverträgen zurückkehren!“
Die GDBA hat bundesweit Theater aufgefordert, den Tanzensemblemitgliedern die Differenz zwischen ihrer jetzigen Vergütung und der tariflich für Tanzgruppenmitglieder vorgeschriebenen Vergütung zu zahlen – auch rückwirkend.

Der Tanz ist als Kunstform so attraktiv wie selten zuvor – umso zerstörerischer wäre eine Aufteilung der Tänzerinnen und Tänzer in jene, die tarifgerecht bezahlt werden und solche, die vertragswidrig untertariflich beschäftigt werden. Das gesamte betroffene Ensemble verliert auf diese Weise an Attraktivität.

Möglich wurde diese Aktion durch die große Anzahl von Tanzensembles, die im Jahr 2015 der GDBA deutschlandweit beigetreten sind. Der gegen den allgemeinen Trend überdurchschnittliche Mitgliederzuwachs der Gewerkschaft in Höhe von vier Prozent in 2015 ist zur Hälfte auf die Beitrittswelle von zahlreichen jungen Tänzerinnen und Tänzern zurückzuführen, die für ihre Rechte eintreten wollen und dabei die Unterstützung der GDBA erhalten.


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[1] Pressemitteilung: http://www.buehnengenossenschaft.de/wp-content/uploads/2016/02/PMTanz1902.pdf

[2] Bild: https://www.buehnengenossenschaft.de/wp-content/uploads/2009/11/Logo-GDBA.jpg

[3] NV-Bühne-Seminar für Betriebs- und Personalräte: https://www.buehnengenossenschaft.de/nv-buehne-seminar-fuer-betriebs-und-personalraete

[4] Pressemitteilung: Tarifeinheitsgesetz bedroht Theaterschaffende: https://www.buehnengenossenschaft.de/pressemitteilung-tarifeinheitsgesetz-bedroht-theaterschaffende

[5] Aufruf der Theatergewerkschaften: Die FAG-Mauer muss weg!: https://www.buehnengenossenschaft.de/aufruf-der-theatergewerkschaften-die-fag-mauer-muss-weg

[6] Offener Brief an Staatsminister Neumann zur gescheiterten Umsatzsteuerbefreiung für Regisseure und Choreographen: https://www.buehnengenossenschaft.de/offener-brief-an-staatsminister-neumann-zur-gescheiterten-umsatzsteuerbefreiung-fuer-regisseure-und-choreographen

[7] Burning Issues: Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit! Gleiche Chancen für alle!: https://www.buehnengenossenschaft.de/burning-issues-gleiche-bezahlung-fuer-gleiche-arbeit-gleiche-chancen-fuer-alle

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