Jörg Löwer Geschrieben am 27 März, 2012

Pressemitteilung der GDBA zum Welttheatertag – Zentren kulturellen Lebens müssen erhalten bleiben

Folgende Pressemitteilung hat die GDBA heute anlässlich des Welttheatertages veröffentlicht:

Zentren kulturellen Lebens müssen erhalten bleiben

In seiner Botschaft zum Welttheatertag am 27. März 2012 rief der international bekannte Schauspieler John Malkovich dazu auf, die Theaterarbeit „unwiderstehlich und originell“ zu machen. Sie solle „tief, bewegend, ergründend und unverwechselbar“ sein und zu einem „freimütigen und freundlichen Nachdenken“ anregen.

Diese Forderungen erfüllen die Stadt-, Landes- und Staatstheater Abend für Abend in hohem Maße. Trotz aller finanziellen Probleme gelang es ihnen bisher, ihren Auftrag, der auch ein Bildungsauftrag ist, zu erfüllen. Doch es fehlt vielerorts an einem klaren Bekenntnis der Politik.

Dieses Bekenntnis fordert die GDBA ein, nicht zuletzt mit dem Blick auf Mecklenburg-Vorpommern, einem Land mit hoher Arbeitslosigkeit und einer starken NPD. Hier droht dem Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin der Abbau von 79 Stellen, auch wenn der Schweriner Stadtrat für 2012 zunächst eine Stellenreduzierung mit ihren verheerenden sozialen und künstlerischen Folgen aussetzte. Entschieden ist nichts, alles bleibt in der Schwebe. Auch die anderen Theater des Landes oder die Häuser in Altenburg-Gera, Dessau oder Görlitz-Zittau sind existentiell bedroht.

Diese Zentren kulturellen Lebens müssen erhalten bleiben, reagieren sie doch sensibel und einfallsreich auf neue gesellschaftliche Entwicklungen und Widersprüche – Stichworte: Migration, wachsende Kluft zwischen arm und reich, Rechtsradikalismus – und leisten einen unverzichtbaren Beitrag für das Zusammenleben in diesem Land.

Theater sind Seismographen, Stätten der kulturellen Bildung und des ästhetischen Genusses. Sie bilden eine einzigartige Theaterlandschaft, für die Deutschland in der ganzen Welt bewundert wird. Sie zu erhalten, muss als gesellschaftspolitische Kernaufgabe verstanden und umgesetzt werden.

Ansprechpartner:
Jörg Löwer
Tel.: (040) 41 28 52 77
Fax: (040) 45 93 52
E-Mail: hg@buehnengenossenschaft.de

 

Wer die AktivistInnen vor Ort unterstützen will, erhält weitere Informationen auf den jeweiligen Protestseiten der Krisenzentren:

[X] Kulturschutz! – Theater in MV + Facebook-Seite

Jetzt ist Schluss! – Theater Bonn + FB-Seite

Die Retter – Görlitz/Zittau + FB-Seite

Thalia21 – Halle

Kulturabbau stoppen! – Initiative für eine starke Theater- und Breitenkultur im Freistaat Sachsen + FB-Seite

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