Grußwort Gerhard Raukuttis

© Sarah Porsack von HANSESHOT
© Sarah Porsack von HANSESHOT

Sehr geehrter Herr Präsident Kliebes,
sehr geehrte Damen und Herren,

für Ihre freundliche Einladung zum Genossenschaftstag der GDBA hier in HamburgAltona danke ich Ihnen sehr. Mittlerweile ist es eine gute Tradition, dass bei dieser Tagung ein Vertreter der Bayerischen Versorgungskammer die aktuellen Entwicklungen der Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen vorstellen darf. (…)

Entwicklung des Kapitalmarktes und die finanziellen Lage der Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen
Schon bei Ihrem vorletzten Genossenschaftstag 2005 in Nürnberg stand dieses Thema im Mittelpunkt unseres Berichtes. Bereits damals galt es, angesichts der zurückgehenden Zinserträge ein ausgewogenes und sozial akzeptiertes Verhältnis zwischen den Leistungen und Erträgen herzustellen. Deshalb wurden die Verrentungssätze zunächst für die ab 2006 entrichteten Beiträge an die zu erwartenden Kapitalerträge angepasst und, weil diese gerechter und nachhaltiger sind, altersgerechte Verrentungssätze eingeführt. Weil dies noch nicht ausreichte, mussten die Verrentungssätze für die ab 2011 entrichteten Beiträge erneut abgesenkt werden. Auch in der Folge sind die auf dem Kapitalmarkt zu erzielenden Zinsen immer weiter gesunken und befinden sich nunmehr auf ihrem bisherigen Tiefststand. (…)
Die Zahlen der Bühnenversorgung waren in den letzen Jahren stabil, sowohl was die Anzahl der Mitgliedsbühnen als auch der aktiv in einem Arbeitsverhältnis stehenden Bühnenkünstler angeht. Dementsprechend sind auch die Beitragseinnahmen stabil und über die Jahre sogar kontinuierlich angestiegen. Nein, von daher geht es der Bühnenversorgung richtig gut. (…)
Die Beitragseinnahmen der Versorgungsanstalt beliefen sich 2011 auf 76 Mio. Euro, mit 103 Mio. Euro überstiegen die Kapitalerträge diese bei weitem. Auch die Summe aller Versorgungsleistungen lag mit 94 Mio. Euro erheblich über den Beitragseinnahmen. Das sind nur vordergründige Zahlen, die aber das Gewicht der Kapitalerträge illustrieren. Leiden sie Not, wird auf Dauer auch die Versorgung notleidend.

Herr Raukuttis informierte, dass die Versorgungsanstalt Reserven von 145 Mio. Euro gebildet habe, um trotzdem die Anwartschaften der Renten zu sichern. Im weiteren Verlauf seiner Rede führte er aus, dass die Regelaltersgrenze wie in der gesetzlichen Rentenversicherung auf 67 Jahre angehoben wird.

Versicherung der Mutterschutzzeiten
Sowohl der Bundesgerichtshof als auch das Bundesverfassungsgericht haben entschieden, dass bei der Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes die gesetzlichen Mutterschutzzeiten, in der Regel also sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt, zu berücksichtigen sind. Die Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen hat sich dem angeschlossen und im letzten Jahr die Versicherung der Mutterschutzzeiten in der Weise eingeführt, dass für diese Zeiten ein fiktiver Beitrag als entrichtet gilt. Die Versicherung bezieht sich auf alle Mütter. Also auch diejenigen, die bereits in Rente sind, erhalten auf Antrag rückwirkend einen Zuschlag auf ihre Rente. Sie werden in nächster Zeit angeschrieben und entsprechend informiert. Die aktiv Versicherten, die demnächst in Rente gehen, können den Zuschlag mit dem Ruhegeldantrag beantragen. Erst ab 2015 werden die Mutterschutzzeiten von den Arbeitgebern gemeldet und verbucht.

Zur Versicherungspflicht bei Gastverträgen merkte Herr Raukuttis an, dass „gastierende Künstler grundsätzlich abhängig beschäftig und damit bei der Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen pflichtversichert“ seien. Seit 2010 gibt es die Hinterbliebenenrente für eingetragene Lebenspartner, und zwar rückwirkend zum 1. Januar 2006.

Änderung der Regelungen für die Tänzerabfindung
Die in den Gremien der Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen geführte Diskussion über die Änderung der Tänzerabfindung bewegte sich im Spannungsfeld zwischen dem Ziel, finanzielle Unterstützung für die berufliche Neuorientierung der Tänzerinnen und Tänzer nach dem Ende ihrer Berufslaufbahn bereitzustellen (Transition) und einer möglichst restriktiven Beschränkung, um die eingezahlten Beiträge für die Altersversorgung der Tänzerinnen und Tänzer zu erhalten. (…)
Schließlich ist uns aber gemeinsam eine Satzungsregelung gelungen, die beiden Aspekten gerecht wird. Nach dieser wird die Tänzerabfindung bei einer Berufsaufgabe vor Vollendung des 44. Lebensjahres gezahlt, wenn dabei eine Umschulung, Fortbildung oder Existenzgründung glaubhaft gemacht wird.
Eine nur teilweise Abfindung ermöglicht dabei ein Fortbestehen von Anwartschaften auf eine Altersrente. Außerdem besteht nunmehr auch ein Anspruch auf ein Ruhegeld wegen Berufsunfähigkeit, wenn diese vor dem 35. Lebensjahr eintritt. Die neue Regelung gilt für die Tänzerinnen und Tänzer, die erstmals ab 2011 versichert sind.

Anmerkung der Redaktion
Gerhard Raukuttis betonte selbst, dass seine Rede den Umfang eines Grußwortes übersteigt. Deshalb wird hier in Auszügen zitiert und teilweise referiert, wobei eine Konzentration auf die wohl wichtigsten Aspekte für die Versicherten der Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen erfolgt.

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