Grußwort Elisabeth Graf

© Sarah Porsack von HANSESHOT
© Sarah Porsack von HANSESHOT

Sehr geehrter Herr Kliebes,
Sehr geehrter Herr Herdlein,
Sehr geehrter Herr Löwer,
Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Vielen lieben Dank für Ihre freundliche Einladung.
Ich freue mich ausserordentlich, Ihnen die herzlichsten freundnachbarlichen Grüsse des Vorstandes des Schweizerischen Bühnenkünstlerverbandes zu überbringen.

Mit grossem Interesse verfolgen wir die kulturpolitische Entwicklung im grossen Kanton (wie wir unser Nachbarland liebevoll bezeichnen). Nicht minder aufmerksam und mit Bewunderung beobachten wir die Arbeit der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger. Regelmässig besuchen wir Ihre Homepage und lesen Ihren Blog und Ihre Zeitung. Diese Lektüre ist mir Pflicht und Vergnügen zugleich.

Der SBKV ist ein kleiner Verband (im Vergleich mit der GDBA ein winziger) mit nur ca. 1300 Mitgliedern, aber wir sind der grösste Verband der Theater-schaffenden in der Schweiz und für das künstlerische Personal, mit Ausnahme der Orchestermusiker der einzige Sozialpartner des Schweizerischen Bühnenverbandes. In der Schweiz gibt es nur 9 GAV-Häuser mit festen Ensembles. Die Probleme aber, die sich unseren Mitgliedern stellen, sind die gleichen: schlechte Bezahlung, gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen, drohender Spartenabbau, usw., usf.. Und auch bei uns hat das unsägliche Buch der Kulturabbauer (den Titel mag ich gar nicht mehr nennen) Empörung ausgelöst.

Ich glaube nicht, dass es punkto Nationalität an den Theatern statistische Erfassungen gibt, aber müsste ich schätzen, ich würde sagen: an schweizer Bühnen arbeiten mehr deutsche Kolleginnen und Kollegen als Schweizer und an deutschen Bühnen arbeiten mehr Schweizer als in der Schweiz. Die fruchtbare Zusammenarbeit von GDBA und SBKV zum Wohle unserer Mitglieder erfährt bei uns eine hohe Wertschätzung. Ein schnelles Telefonat zwischen den Sekretariaten kann manches Problem in einem frühen Stadium lösen. An dieser Stelle möchte ich Ihnen, Herrn Löwer herzlich für Ihre grosszügige Kollegialität danken. Auch dafür, dass Sie bei der FIA (dem Internationalen Verband der Schauspieler-Gewerkschaften) die Gründung einer deutschsprachigen Gruppe initiiert und deren Vorsitz freundlicherweise übernommen haben. Diese Aufgabe nehmen Sie auf die Ihnen eigene seriöse, integrierende Art wahr.

Sehr geehrter Herr Kliebes, unsere Verbände stehen in der sich ändernden Theaterlandschaft vor grossen Herausforderungen. Manchmal denke ich (ich wage es fast nicht auszusprechen, ich bin mir sicher Herr Herdlein würde mir vehement widersprechen), manchmal denke ich, unsere Vorgänger hatten‘s etwas leichter, aber wahrscheinlich dachten unsere Vorgänger das auch – bringt doch jede Zeit ihre Herausforderungen mit sich. Diesen gilt es sich zu stellen. Wir beim SBKV bemühen uns, unseren Verband den sich wandelnden Herausforderungen anzupassen. Das bedeutet nicht anpasserisch zu sein, sondern auf der Höhe der Zeit zu sein. Wir wollen Bewährtes bestätigen und Neues versuchen.

Der SBKV hat (und das ist mir persönlich, als freischaffende Schauspielerin, wichtig zu betonen) ein Bekenntnis zum Stadttheater und seinem festen Ensemble abgelegt.

Immer öfter suchen die Kommunen, die Subventionsgeber und die Theater-Häuser die Zusammenarbeit mit der freien Szene. Seit Jahren sucht der Verband der freien Szene die Nähe des SBKV. Wir wollen auf ihn, auf diese Theaterschaffenden zugehen und sie einbinden. Das Privileg und die damit verbundene Verantwortung, bei der Zukunftsgestaltung unseres Verbandes und der Gestaltung eines Teils der Lebenswirklichkeit unserer Mitglieder mitzuwirken, verpflichten mich zur Offenheit und zur Aufgeschlossenheit.

Es ist erfreulich, dass auch die neue Generation der Verantwortlichen bei GDBA und SBKV Wege zu einem engen Austausch und guter Zusammenarbeit gefunden haben.

Verehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, ich wünsche Ihnen von Herzen, auch im Namen des Vorstandes des SBKV und unseres Geschäftsführers, Hannes Steiger, einen fruchtbaren, befriedigenden, erfolgreichen, von genossenschaftlichem Geist getragenen Genossenschaftstag 2013.

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