Jörg Löwer Geschrieben am 12 September, 2013

Offener Brief des Landesverbandes NRW der GDBA an den Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal: Ihre Pressemitteilung vom 10. September 2013

Ludwig BarnayDer Aufsichtsratschef der Wuppertaler Bühnen, Oberbürgermeister Peter Jung, hat mitgeteilt, dass der designierte Intendant des Wuppertaler Opernhauses, Toshiyuki Kamioka, nun doch mit einem festen Ensemble arbeiten will (nachzulesen in der WZ und auf derwesten.de). Man muss natürlich erst abwarten, wie die neuen Pläne aussehen. Aber: unser andauernder Protest (hier und hier) könnte erfolgreich gewesen sein. Trotzdem herrscht kein Grund zur Entwarnung. Der Landesvorsitzende NRW, Adil Laraki,  hat zu diesen Bedenken einen Offenen Brief verfasst:

Ihre Pressemitteilung vom 10. September 2013

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Freude unserer Gewerkschaft über die Abkehr von der eindeutig geäußerten Absicht des neuen Intendanten, ohne festes Ensemble die Oper in Wuppertal zu führen, hält sich stark in Grenzen. In der o. g. Pressemitteilung bleibt alles vage. Es ist zu befürchten, dass ein Schrumpf-Ensemble – wie im Schauspiel beabsichtigt ist – auch im Musiktheater installiert wird. Ab der nächsten Spielzeit machen Sie aus dem Schauspielensemble eines der kleinsten in Deutschland. Folglich sind die Spielräume für ein breit gefächertes Repertoire stark eingeschränkt.

Es sei zwar das vornehme Recht eines Intendanten, ein Ensemble nach seinem künstlerischen Konzept zu formen. Nun bestätigen Sie selbst, dass Ihnen als Aufsichtsrat ein Konzept noch nicht vorliegt. Da fragt man sich, auf welcher Grundlagen Sie einen Intendanten, der in diesem Bereich nichts vorzuweisen hatte, für die größte Sparte in Ihrem Haus gewählt haben? Wieso werden alle Mitarbeiter/innen unter NV-Bühne Sonderregelung Solo – auch Assistenten, Inspizienten, Souffleusen, Repetitoren und sogar Theaterpädagogen – nicht verlängert?

Dies ist keinesfalls üblich bei einem Intendantenwechsel!

Wir appellieren an Sie, auch bei den nun anstehenden Entscheidungen verantwortungsbewusst im Sinne aller jetzigen und zukünftigen künstlerischen Mitarbeiter/innen zu handeln.

Wir werden weiterhin die Entwicklung an Ihrem Haus kritisch beobachten und genau hinschauen, ob die Proportion zwischen fest Angestellten und Gästen mit den tarifvertraglichen Bestimmungen vereinbar ist. Im Übrigen hängt das Engagement von guten Gästen im Opernbereich von einem Vorlauf ab, den die neue Theaterleitung eigentlich nicht mehr hat.

Mit freundlichen Grüßen

Adil Laraki
GDBA Landesverbandsvorsitzender

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