Jörg Löwer Geschrieben am 5 Oktober, 2012

Offener Brief der GDBA: Wuppertal verliert sich in kultureller Bedeutungslosigkeit – Massenentlassungen bei den Wuppertaler Bühnen – Zukunft des Schauspiels in Wuppertal

Der Landesverband NRW der GDBA hat heute einen offenen Brief an den Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal veröffentlicht:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger ist über Ihren Wortbruch empört. Sie haben vor der Kommunalwahl angekündigt: „Mit mir wird es allerdings keine betriebsbedingten Kündigungen geben“. Auf Ihrer Internetseite ist auch folgendes veröffentlicht: „Rat und Verwaltung der Stadt Wuppertal setzen seit langem konsequent Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung um. Im Mittelpunkt der Sparmaßnahmen stehen…., die sozialverträgliche Reduzierung des Personalbestandes“.

Nun besteht die Absicht, an Ihrem Theater 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betriebsbedingt zu entlassen. Es betrifft auch viele, die seit Jahren bei Ihnen mit besonderem Engagement und großem Einsatz beschäftigt sind. Von einer sozialverträglichen Reduzierung des Personalbestandes kann hier keine Rede mehr sein. Die Aussage der Geschäftsführer Ihrer Bühnen in einem Interview im WDR-Fernsehen “…mit aller Klarheit, es wird keine einzige Kündigung geben“ ist angesichts der beabsichtigten Massenentlassung zynisch.

Ihrem angekündigten Ziel, die Schauspielsparte abzuschaffen, kommen Sie mit der Reduzierung des Ensembles von ehemals 34 auf zurzeit 14 Schauspieler und in der Zukunft auf 7 Mitglieder immer näher. Wie soll ein attraktives Schauspiel-Repertoire mit einem der kleinsten Ensembles Deutschlands zustande kommen? Sollen die entlassenen Schauspieler durch Gäste, die weit unter dem ohnehin niedrigen Tariflohn bezahlt werden, ersetzt werden? Oder soll das Angebot zur Bedeutungslosigkeit des Wuppertaler Schauspiels führen?

Wir fordern Sie auf, sich an Ihr Versprechen zu halten und von betriebsbedingten Entlassungen abzusehen. Wir erwarten, dass Sie gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern Lösungen suchen, die zu einer guten Zukunft der Wuppertaler Bühnen führen.

Mit freundlichen Grüßen

Adil Laraki
GDBA Landesverbandsvorsitzender

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