Lisa Jopt Geschrieben am 13. Oktober 2021

Nichtverlängerungen – Non-renewal

Nichtverlängerung / non-renewal (see english version below)

Es ist Oktober – und wieder stehen für viele Kolleg:innen Anhörungsgespräche und Nichtverlängerungen an. 

Arbeitsverträge am Theater, die dem Tarifvertrag NV Bühne unterfallen, sind jeweils für ein Jahr befristet. Sie verlängern sich aber automatisch um je ein weiteres Jahr, wenn nicht rechtzeitig eine der Vertragsparteien eine Nichtverlängerungsmitteilung ausspricht. Nichtverlängerungsmitteilungen müssen bis zum 31.10. einer Spielzeit bei der anderen Vertragspartei zugehen. Wer zu diesem Datum noch keine Nichtverlängerungsmitteilung erhalten hat (es gilt der Tag, zu dem das Schreiben im Briefkasten liegt, unabhängig von tatsächlicher Kenntnisnahme), dessen Vertrag endet nicht mit der aktuellen Spielzeit, sondern verlängert sich für die darauffolgende Spielzeit.

Wenn ein/e Arbeitnehmer:in schon länger als acht Spielzeiten an einem Theater ist, muss die Nichtverlängerungsmitteilung sogar schon bis zum 31.07. des Vorjahres ausgesprochen worden sein. 

Wenn die Arbeitgeberseite eine Nichtverlängerungsmitteilung aussprechen will, muss sie den/die Arbeitnehmer:in spätestens zwei Wochen vorher anhören – das sogenannte Anhörungsgespräch. Zum Anhörungsgespräch wiederum muss schriftlich eingeladen werden, und zwar spätestens fünf Tage vor dem Anhörungsgespräch (Achtung: Absendedatum). 

Es ist erlaubt, eine:n Arbeitskolleg:in oder eine:n GDBA-Funktionär:in zum Anhörungsgespräch mitzunehmen. Dies ist auch unbedingt zu empfehlen. Das Mitkommen der Begleitperson muss  schriftlich gegenüber dem Arbeitgeber mitgeteilt werden Sodann ist es unbedingt zu empfehlen, dass – oft durch die Begleitperson – ein möglichst akribisches Protokoll über das Anhörungsgespräch erstellt wird, in dem die anwesenden Personen und die von der Arbeitgeberseite dargelegten Gründe für die Nichtverlängerungsmitteilung festgehalten werden. 

Nicht ganz selten können im Anhörungsgespräch mit der Arbeitgeberseite auch konstruktiv Möglichkeiten für einen weiteren Verbleib des/der Arbeitnehmer:in an der Bühne besprochen werden. Sollte die Arbeitgeberseite hierzu nicht bereit sein, sind künstlerische Rechtfertigungen oder Diskussionen seitens des/der Arbeitnehmer:in oftmals weder erfolgsversprechend noch sinnvoll. Dies, zumal etwa das Vorliegen von sogenannten künstlerischen Gründen für Nichtverlängerungsmitteilungen hauptsächlich der subjektiven Bewertung durch die Arbeitgeberseite unterliegen, aber in der Regel nicht gerichtlich überprüfbar sind. 

Sollte die Prüfung der Umstände der konkreten Nichtverlängerungsmitteilung im Einzelfall ergeben, dass die Nichtverlängerungsmitteilung fehlerhaft sein könnte, so hat der/die Arbeitnehmer:in eine viermonatige Frist, gegen die Nichtverlängerungsmitteilung zu klagen. 

In einem solchen Fall und natürlich auch sonst, wenn weitere Fragen zu Anhörungsgespräch und Nichtverlängerungsmitteilung bestehen, wenden Sie sich gern an die Rechtsabteilung der GDBA. Wir werden Ihren Fall dann gern individuell beraten.

 

non-renewal

It´s October – and again, for many of our colleagues the Anhörungsgespräche (hearings) for Nichtverlängerungsmitteilung (contract non-renewal notice) lie ahead. 

Employment contracts at the theater that are subject to the NV Bühne collective bargaining agreement are each limited for one year. However, they are automatically extended by a further year if one of the contracting parties does not give notice of non-renewal in good time. Notification of non-renewal must be received by October 31. of a season by the other contracting party. Anyone who has not received a non-renewal notification by that date (the day on which the letter is in the mailbox applies, regardless of actual knowledge), their contract does not end with the current season, but is extended for the following season. If an employee: has been at a theater for more than eight seasons, the notification of non-renewal must even be received by July 31. of the previous year.

If the employer wants to issue a non-renewal notification, he / she must hear the employee at least two weeks in advance – the so-called Anhörungsgespräch. Invitations to the hearing must be made in writing, at least five days before the hearing (attention: date of dispatch). He / she is allowed to take a work colleague or a GDBA functionary in to the hearing. This is also strongly recommended. The employer must be given notice in writing that the accompanying person will come with you. It is then absolutely recommended that – often by the accompanying person – a meticulous record of the hearing is drawn up, in which the people present and the reasons for the non-renewal notification given by the employer are recorded.

It is not uncommon for the employer to discuss constructively possibilities for the employee to remain at the theater in the hearing. If the employer is not willing to do this, artistic justifications or discussions on the part of the employee are often neither promising nor useful. This, especially since the existence of so-called artistic reasons for non-renewal notifications are mainly subject to the subjective assessment by the employer, but are usually not subject to judicial review.

Should the examination of the circumstances of the specific non-renewal notification in individual cases show 
that the non-renewal notification could be incorrect, the employee must: sue the non-renewal notification within a period of four months. 

In such a case and, of course, otherwise, if you have further questions about the hearing and the non-renewal notification, please contact the legal department of the GDBA. We will be happy to advise you individually.

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