Jörg Löwer Geschrieben am 17 Dezember, 2012

Krisenticker NRW (plus absurder Nachtrag)

Am Theater Hagen muss sich Intendant Norbert Hilchenbach jede neue Einstellung von der Stadt nach schriftlicher Begründung genehmigen lassen. Da sich für eine Stelle an der Kasse niemand aus dem städtischen Personalpool gemeldet hat und externe Aushilskräfte nicht gestattet werden, bleibt die Theaterkasse eben zu. Das ist absurd.

Hören Sie hierzu einen Kommentar von Adil Laraki (Landesvorsitzender NRW der GDBA) in dem WDR3-Beitrag „Wo gehen die Lichter aus?“ und ein Interview mit dem Intendanten.

In Köln lässt die Stadt mit Zustimmung des Bonner Oberbürgermeisters Nimptsch – und ohne Einbindung des Rats und der Verwaltung der Stadt Bonn – eine Fusion der Opern Köln und Bonn prüfen. Der langjährige Kölner Opernintendant Michael Hampe, Philharmonie-Intendant Langevoort und der Operndirektor der Deutschen Oper am Rhein, Harrison, sollen eine Machbarkeitsstudie hierzu erstellen. Das ist absurd. Klar ist, dass die erhofften Einsparungen nur durch massiven Personalabbau möglich wären – unter Inkaufnahme einer wesentlichen Einschränkung des Angebots für die Bevölkerung vor Ort und ganz zu schweigen von der beträchtlichen Mehrbelastung der verbliebenen MitarbeiterInnen. Deren Arbeitszeit würde durch Reisetätigkeit verschwendet, die nicht mehr für künstlerische Arbeit genutzt werden kann. Nicht nur der Bühnenverein hält die Studie für überflüssig und kritisiert, dass keiner der Beteiligten an der Studie Fusionserfahrungen vorweisen und der erforderliche Personalabbau auch ohne Studie von den Verwaltungen der beiden Opernhäuser errechnet werden könne.

Sehen Sie hierzu ein Interview mit der Bonner Obfrau der GDBA, Anjara Bartz, aus der WDR-Sendung „Lokalzeit“ und lesen Sie mehr im General-Anzeiger in dem Bericht „Stadtspitzen prüfen Opern-Fusion“.
(ursprünglicher Beitrag vom 13.12.2012)

 

Absurder Nachtrag vom 17.12.2012:
Die benannten Experten der Machbarkeitsstudie Louwrens Langevoort und Stephen Harrison sind vorher gar nicht gefragt worden, ob sie Experten sein wollen. Man lese hierzu Stefan Keim in der Welt. Die Studie wurde mittlerweile abgesagt.

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