Kooperation im nichtkünstlerischen Bereich bringt Theatern im Ruhrgebiet nur wenige Einsparpotentiale

Geschrieben am 20.Mai 2011 von Jörg Löwer

[1]Am Donnerstag, den 19.05.2011, wurden die Ergebnisse des Gutachtens „Kooperationsmöglichkeiten im nichtkünstlerischen Bereich zwischen den Stadttheatern in Bochum, Dortmund, Essen, Gelsenkirchen, Hagen und Oberhausen“ vorgestellt, dass das NRW KULTURsekretariat [2] mit den Kulturdezernenten der Städte bei Culture Concepts [3] sowie der ICG culturplan Unternehmensberatung GmbH [4] in Auftrag gegeben hatte. Dabei sollte im Zuge des Pakts zur Rettung der Stadttheater geprüft werden, wieviel Geld durch Zusammenarbeit im nichtkünstlerischen Bereich unter besonderer Berücksichtigung der Voraussetzungen an den einzelnen Häuser gespart werden kann.

Ergebnis des Gutachtens ist, dass „die zu erwartenden Effekte nur kleinere Beiträge zur Erfüllung der Sparauflagen der Theaterträger leisten können“. Einsparpotentiale hätten die Häuser bei Kooperationen in drei Bereichen:

  • im Bereich Einkauf die Errichtung einer elektronischen Einkaufsplattform der Theater;
  • im Bereich Marketing die Einrichtung eines gemeinsamen Call-Centers sowie die Entwicklung einer Dachmarke „Theater Ruhr“ bei Wahrung der Autonomie der Theater im Marketing;
  • im Bereich Investitionen die Einrichtung einer interkommunalen Fachgruppe unter Beteiligung der Theater sowie der Städte.

Bei den Verwaltungen können die Verfasser/innen des Gutachtens keine Einsparmöglichkeiten erkennen und sinnvolle Kooperationsmöglichkeiten im Bereich Logistik beschränken sich auf einzelne Theater. Das Gutachten soll – auch mit seinem Hinweis auf durchaus begrenzte Einsparpotenziale – Grundlage für Gespräche mit dem Land Nordrhein-Westfalen über die Finanzierung der Theater sein.

Wir hatten schon darüber berichtet, dass Fusionen und Kooperationen häufig von der Politik als Allheilmittel zur Kostensenkung kolportiert werden – zuletzt im Leitartikel „Reform der Theaterstrukturen?“ [5] von Hans Herdlein. Diese Behauptung dürfte nun nachhaltig geschwächt sein. Die Kurzform des Theatergutachtens kann hier [6] als pdf-Datei heruntergeladen werden.


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[1] Bild: https://buehnengenossenschaft.de/wp-content/uploads/2010/05/Ludwig-Barnay.jpg

[2] NRW KULTURsekretariat: http://www.nrw-kultur.de/projekte/projekte/theaterdebatte/gutachten.html#0

[3] Culture Concepts: http://www.cultureconcepts.de/

[4] ICG culturplan Unternehmensberatung GmbH: http://www.culturplan.de/2466_DE

[5] „Reform der Theaterstrukturen?“: http://buehnengenossenschaft.de/leitartikel-april-2011

[6] hier: http://www.nrw-kultur.de/fileadmin/dokumente/NRW_KULTUR/Theatergutachten/110519_KOOP_THEA_NRW_Kurzfassung.pdf

[7] Kulturstädteranking 2012: Stuttgart, Dresden, München TOP – Wuppertal, Duisburg, Gelsenkirchen FLOP: https://www.buehnengenossenschaft.de/kulturstaedteranking-2012-stuttgart-dresden-muenchen-top-wuppertal-duisburg-gelsenkirchen-flop

[8] Sparvorschlag: Abschaffung der Stadt Bonn…………….: https://www.buehnengenossenschaft.de/sparvorschlag-abschaffung-der-stadt-bonn

[9] Resolution des Landesverbands NRW der GDBA zu den Sparvorhaben im Theaterbereich: https://www.buehnengenossenschaft.de/resolution-des-landesverbands-nrw-der-gdba-zu-den-sparvorhaben-im-theaterbereich

[10] Offener Brief des Landesverbandes NRW der GDBA zu den unverantwortlichen Einsparungsabsichten für das Theater Bonn: https://www.buehnengenossenschaft.de/offener-brief-des-landesverbandes-nrw-der-gdba-zu-den-unverantwortliche-einsparungsabsichten-fuer-das-theater-bonn

[11] Statistisches: Mehr Zuschauer, mehr Geld für Kultur: https://www.buehnengenossenschaft.de/statistisches-mehr-zuschauer-mehr-geld-fuer-kultur

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