Jörg Löwer Geschrieben am 15 April, 2010

Kölner Schauspielhaus wird nicht abgerissen – ein Sieg der Bürgerbewegung gegen die Verwaltung

Ludwig BarnayEigentlich war alles beschlossen: Das 1962 erbaute Kölner Schauspielhaus  sollte abgerissen werden und stattdessen ein Neubau entstehen. Bei den Planungen für den Neubau des Schauspielhauses sorgte allerdings eine Kostenexplosion für die verschuldete Stadt Köln dafür, dass an den Plänen Reduzierungen vorgenommen wurden, die einen Abriss des denkmalgeschützten Gebäudes in den Augen vieler Kritiker (z.B. die Bürgerinitiative „Mut zu Kultur“ und die Schauspielhausintendantin Karin Beier) nicht rechtfertigten.

Die Initiative „Mut zu Kultur“ wurde gegründet, nachdem sich der Rat der Stadt im Dezember für die deutlich abgespeckte Version entschieden hatte. In kurzer Zeit wurden 50 000 Unterschriften gegen dieses Neubauprojekt gesammelt. Dies machte eine Sondersitzung des Stadtrates notwendig. Kurz vor dieser Sitzung entschied die Stadtratsfraktion der Grünen (ebenso wie  CDU, Linke und pro Köln) gegen den eigenen Koalitionspartner SPD, sich dem Bürgerbegehren anzuschließen, was zur Folge hatte, dass der Stadtrat seinen eigenen Beschluss vom Dezember 2009 revidierte. Damit wurde der Bürgerentscheid im Juli überflüssig gemacht.

Jetzt müssen die Bühnen sowie die Verwaltung zügig Planungen einleiten, es soll ein „Runder Tisch“ mit Verwaltung, Intendanten, Vertretern des Bürgerbegehrens und anderen gebildet werden und für eine Machbarkeitsstudie zu den Sanierungsvorschlägen (u.a. auch die des Bürgerbegehrens und von Karin Beier) werden 1,3 Millionen Euro freigegeben.

Der Intendant der Oper Uwe Eric Laufenberg hatte im Vorfeld geäußert, dass er im Fall einer Sanierung schwerwiegende künstlerische Nachteile auf die Kölner Oper zukommen sehe.

Darauf anspielend hat Karin Beier nach dem Abstimmungstriumph in einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger gesagt: „Jetzt heißt es: Friedenspfeife rauchen und ran an die Arbeit!“

Lesen Sie hierzu auch einen Leitartikel/Kommentar von Peter Berger aus dem Kölner Stadtanzeiger: „Eine Zäsur für Köln“

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