Jörg Löwer Geschrieben am 3 Juni, 2010

Köhler, Spillonomics und Spar-Tsunami oder: Wo bleibt die Hoffnung? (plus Antwort)

Ludwig BarnayDieser Blogbeitrag soll Hoffnung geben. Doch zuerst ist leider wieder Krisen- + Katastrophenzeit: Köhler tritt zurück, das Öl sprudelt weiter, Hamburg muss sparen (alle Artikel auf Spiegel-Online), Schleswig-Holstein muss sparen (Pressemitteilung des Deutschen Kulturrats mit der Kultur-Sparliste)………..to be continued.

Der Wirtschaftskolumnist David Leonhardt kreiert in einem Text für das New York Times Magazine den Begriff Spillonomics. Dieser soll den Umstand bezeichnen, dass Desaster in Kauf genommen werden, wenn das Geschäft nur groß genug ist. Sozusagen Katastrophenwirtschaft (siehe auch „Der explodierte Mythos“ ebenfalls bei Spiegel-Online).

Einzig die (Kultur-)Leistung einer 19-jährigen Hannoveranerin scheint als Hoffnungsschimmer am Horizont. Wobei die Lumenstärke dieses Schimmers wohl eher nicht ausreichend ist, um alle aktuellen Katastrophen zu überstrahlen.

Wer also das Gefühl hat, dass die Kultur im Allgemeinen und die Theater im Speziellen inmitten dieses Katastrophenszenarios mit dem Rücken zur Wand stehen, braucht Hoffnung, die substanziellere Strahlkraft besitzt.

Und die gibt es.

Allerdings nur für die Menschen, die bereit sind, einen längeren theoretischen Text bis zum Ende zu lesen. Der Philosoph Otfried Höffe hat in seinem in der Zeitung Die WELT veröffentlichten Artikel „Die Kunst der Beschränkung“ einen Hoffnungsschimmer in Supernova-Stärke gegeben (natürlich ganz subjektiv gesehen).

Und da die Faulen auch erleuchtet werden sollen, dann doch ein kurzes Zitat:

Mit der Wirtschaft verdient eine Gesellschaft ihren Lebensunterhalt. Mit Recht, Menschenrechten und Demokratie genügt sie ihrem politischen Leitwerten, der Freiheit in Gerechtigkeit. Ihren Zusammenhalt findet sie aber über die Sprache, über Wissenschaft und Philosophie, nicht zuletzt über Musik, Architektur und Kunst.

Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken

Kategorien

Archive