Jörg Löwer Geschrieben am 19 Dezember, 2013

GDBA unterstützt Aktionsbündnis pro Vogtlandtheater

Ludwig BarnayAm Theater Plauen Zwickau droht nun auch ein erheblicher finanzieller Einschnitt ab 2015. Der Oberbürgermeister von Plauen, Ralf Oberdorfer (FDP), hat angekündigt, nach Ablauf des jetzigen Grundlagenvertrags die Mittel der Stadt Plauen für das Theater von derzeit ca. 3,4 Millionen Euro um 1,4 Millionen Euro zu kürzen. Dadurch würde dem Theater ein Fehlbetrag entstehen, der von den anderen Trägern, Zwickau und Kulturraum Vogtland-Zwickau, aufgefangen werden müsste – was als unwahrscheinlich gelten kann. In Plauen hat sich ein Aktionsbündnis gebildet, dessen Resolution wir im Namen unseres Lokalverbandes ausdrücklich unterstützen:

 

Aktionsbündnis Pro Vogtlandtheater Plauen, 13.12.2013
c/o Dr. Lutz Behrens
Georg-Benjamin-Str. 67
08529 Plauen

An den
Oberbürgermeister der Stadt Plauen
Herrn Ralf Oberdorfer
Unterer Graben 1
08523 Plauen
Resolution

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Oberdorfer,

mit Entsetzen haben wir Ihre Pläne vernommen, den Gesellschafteranteil der Stadt Plauen an der Theater Plauen-Zwickau gGmbH im Grundzuschuss ab der Spielzeit 2015/2016 von derzeit 3,4 Millionen Euro auf 2 Millionen Euro zu senken.

Eine Absenkung der Zuschüsse durch einen der Partner hätte aufgrund der Finanzierung des Theaters durch die beiden Städte Plauen und Zwickau sowie den Kulturraum Vogtland-Zwickau eine Vervielfachung des Fehlbetrages zur Folge, was das Aus des Theaters in seiner jetzigen Form zur Folge hätte.

Werden Ihre Sparabsichten vom Stadtrat beschlossen, würden Plauen und das Vogtland ihres kulturellen Leuchtturmes beraubt und qualifizierte Arbeitsplätze vernichtet.

Das Theater in Plauen entstand 1898 aus einer Initiative der Plauener Bürgerschaft, die sich in ihrer aufblühenden Heimatstadt für ein kulturelles Zentrum engagierte, und brachte in den vergangenen 115 Jahren viele erfolgreiche Aufführungen und Künstler hervor. In der Zeit um 1989 war das Theater ein wichtiger Ort der Friedlichen Revolution, hier wurde auf der Bühne und in offenen Diskussionsrunden der Unzufriedenheit der Bevölkerung Ausdruck verliehen und nicht zuletzt dadurch wurde Plauen zur ersten Stadt in der DDR, in der die Staatsmacht vor den Bürgern kapitulierte. Seit der Fusion mit Zwickau im Jahr 2000 ist das aus zwei Ensembles zusammengewachsene Haus inzwischen auf die Stärke der Belegschaft eines einzelnen ehemaligen Hauses geschrumpft und macht trotzdem mit künstlerisch bedeutsamen Inszenierungen regional und überregional auf sich aufmerksam.

Mit der Schließung des Theaters nehmen Sie der jetzigen und künftigen Generation die Möglichkeit, das einmalige kulturelle Erbe unserer Stadt lebendig wahrzunehmen, kennenzulernen und sich über das Medium der darstellenden Künste aktiv mit der Gegenwart auseinanderzusetzen.

Kultur hat nicht nur einen Unterhaltungs-, sondern auch einen Bildungsauftrag und darüber hinaus eine große Bedeutung für die Identität und Attraktivität einer Region und einer Kommune.

Ihre Pläne schwächen darüber hinaus nachhaltig die regionale Wirtschaft, produzieren einen enormen Image-Schaden für die Region und weit über unser Bundesland hinaus.

Die Bereitschaft des Theaters zur Kostenreduzierung wurde in den letzten 13 Jahren seit der Fusion mit Zwickau durch Personalabbau und Lohnverzicht bereits mit einem vielfachen Millionenbeitrag unter Beweis gestellt und ist nun endgültig ausgereizt.

Die Belegschaft verzichtet seit vielen Jahren mittels Haustarifverträgen auf Lohn, zurzeit auf durchschnittlich 11,7 %. Der Lohnverzicht wiederum führt als Ausgleich zu zusätzlichen Schließzeiten, deren weitere Steigerung einen sinnvollen Spielplan unmöglich machen würde.

Sachkostensteigerungen, die seit der Fusion über 53% betragen, belasten mangels Ausgleich durch die Träger die künstlerischen Etats, die dadurch auf ein Minimum reduziert wurden.

Jede weitere Zuschusskürzung gefährdet somit den Erhalt des gesamten Theaters. Auch Spartenreduzierungen würden Einsparungen in der avisierten Größenordnung nicht ausgleichen.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, wir haben Verständnis für die nicht einfache finanzielle Situation der Stadt Plauen. Aber wir appellieren an Sie, seien Sie Hüter und nicht Abwickler des Theaters Plauen- Zwickau und nehmen Sie unverzüglich Verhandlungen mit dem Gesellschafter Zwickau über die Zukunft des Fünf-Sparten-Theaters ab Sommer 2015 auf! Beenden Sie den kulturpolitischen Irrweg zum nachhaltigen Schaden Plauens und der Region und schreiben Sie die erfolgreiche Geschichte des traditionsreichen Theaterstandortes Plauen in der Fusion mit Zwickau fort.

Das Aktionsbündnis pro Vogtlandtheater:

Kunstverein Plauen e. V.
Malzhausverein e. V.
Verein zur Förderung des Vogtlandtheaters e. V.
Generalintendant und Geschäftsführer des Theaters Plauen-Zwickau
Betriebsrat des Theaters Plauen-Zwickau

Wir unterstützen die Resolution:

IHK Plauen
Deutscher Bühnenverein, Landesverband Sachsen
Initiative Plauen e. V.
CDU Stadtverband Plauen
Die Linke Vogtland
SPD Ortsverein Plauen
KV Vogtland Bündnis90/ Die Grünen
Junge Union Vogtland
Jusos Vogtland

Linksjugend[’solid] Vogtland
Mitglieder des Aufsichtsrates der Theater Plauen-Zwickau gGmbH:

Jens Heinzig (Vorsitzender)
Friedrich Hähner-Springmühl
Claudia Hänsel
René Hahn
Rainer Maria Kett
Prof. Dr.med.habil. Lutz Kowalzick
Rolf Stiska (Geschäftsführer der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle)

Förderverein Caroline Neuber des Theaters Zwickau e. V.
Wilfried Hub, Verleger und Herausgeber Vogtland-Anzeiger, Präsident VFC Plauen e.V.
Dieter Roth, Intendant des Vogtlandtheaters 1990 – 2000
Volksbank Vogtland eG
Merkur Bank
Volkssolidarität Plauen
Jupp (Jugendparlament Plauen)
Bürgerplattform Plauen
Singakademie Plauen e.V.
Initiative Kunstschule e. V.
Wirtschaftsjunioren Plauen-Vogtland e. V.
Lions Club Plauen Spitze
Rotary Club Plauen
Kiwanis Plauen
Soroptimist International Club Plauen/Vogtland
Fanbase Theater Plauen
Elternrat des Vogtlandkonservatoriums „Clara Wieck“
Kinderladen Zukunft e. V.
1. FC Wacker Plauen e. V.
Pianosalon Kirst
Dormero Hotel Plauen
Theatercafé Plauen
Hotel Alexandra Plauen
Gaststätte Tennera Plauen
Restaurant Plan A Plauen
Arndt Sicherheit & Service GmbH & Co. KG
Gebäudereinigung Frank Fliegner
unico – Agentur für Gestaltung
Stefanie Schöne – Büro für Grafik und Design
Die 8. Plauener Spitzenprinzessin Rika Maetzig

Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken

Kategorien

Archive