Jörg Löwer Geschrieben am 9 Mai, 2011

Freie Freude

Wir haben in unserem Fachblatt bühnengenossenschaft und in diesem Blog schon häufiger Strukturdebatten thematisiert, in denen statt der Chancen theatraler Vielfalt ein vermeintlicher Gegensatz zwischen Stadttheater und Freier Szene diskutiert wird – letztendlich eine schädliche Selbstzerfleischungsdebatte, die wahrscheinlich nur sparwütigen Lokalpolitikern nützt. Nachzulesen unter „Entsolidarisierung in Krisenzeiten“, „Reform der Theaterstrukturen?“ oder „Stadttheaterbashing oder: der Aufstand der Nicht-Intendanten………….“.

Dass man solche Debatten auch ohne Verteilungskampf-Rhetorik führen kann, zeigt ein erfreuliches Interview mit dem Gründungsmitglied der Gruppe SheShePop, Ilia Papatheodorou, auf Spiegel Online. Deswegen möchten wir die Lektüre des anlässlich der Einladung zum Theatertreffen 2011 geführten Interviews „Eine Frauenquote fürs Theatertreffen wäre gut“ ausdrücklich empfehlen:

(…) Die Einladung unseres „Testament“- Abends ist eine freundliche Vereinnahmung. Wir sind damit auf einem Sektor angelangt, auf dem wir bisher nicht mitgespielt haben. Da geht eine Tür auf zu einer Welt, die bisher nicht unsere war. Wir freuen uns darüber. (…)

(…) Das bedeutet, dass wir irgendwann im Stadttheater landen sollen. Da wollen wir aber gar nicht hin. Wir sind schon seit Jahren etabliert. Wir sind glücklich da, wo wir sind. Als starke Alternative. Und nicht als Futter fürs Staatstheater. (…)

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