Jörg Löwer Geschrieben am 28 September, 2018

EuroFIA in Brüssel

Elisabeth Graf (SBKV) + Jörg Löwer (GDBA)

Die EuroFIA-Gruppe hat sich am 5.-7. Juni 2018 in Brüssel in den Räumlichkeiten des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses getroffen, der dankenswerterweise auch die Dolmetscher stellte.

Am 5. Juni fand in diesem Rahmen zunächst eine Konferenz der EuroFIA-Gewerkschaften mit den europäischen Verwertungsgesellschaften statt. Wie immer bot dieses Treffen Gelegenheit zum Meinungsaustausch über die dringlichsten Fragen. Deshalb stand die laufende europäische Urheberrechtsreform auf der Tagesordnung und drei Partner der Kampagne „Faires Internet für Performer“ (FIA, FIM und AEPO ARTIS) reflektierten gemeinsam, welche Fortschritte in Bezug auf die Ziele der Kampagne erzielt werden konnten.

 

Der 6. und der 7. Juni waren dem Treffen der EuroFIA-Gewerkschaften gewidmet. Die Gruppe begrüßte eine Reihe externer Gäste, die freundlicherweise an dem Treffen teilnahmen, um Informationen und Fachwissen mit dem Gremium auszutauschen. Dick Molenaar von „All Arts Tax Advisers“ und Anita Debaere, Direktorin der europäischen Arbeitgeberorganisation im Veranstaltungssektor Pearle*, kamen, um die Projekte der europäischen Sozialpartner im Bereich der Doppelbesteuerung im Live-Performance-Sektor mit den FIA-Gewerkschaften zu diskutieren. Marco Giorello, Leiter des Referats Urheberrecht bei der Europäischen Kommission sprach über die Fortschritte bei der Ratifizierung des Pekinger Vertrags (siehe: http://www.wipo.int/treaties/en/ip/beijing/summary_beijing.html ) und den diesbezüglichen Herausforderungen. Er betonte die Zusage der Kommission, die Ratifizierung so schnell wie möglich voranzutreiben. Oliver Roethig, Regionalsekretär von UNI Europa, hielt eine Grundsatzrede zur Zukunft der Arbeit und den Herausforderungen bei der Organisation und Vertretung von freischaffenden KünstlerInnen, die zu einer breiteren Debatte über die laufende Arbeit der FIA in Bezug auf selbstständige, freiberufliche und andere atypisch Beschäftigte in der Branche führte.

Die Juristin Wiebke Warneck vom Europäischen Gewerkschaftsbund ETUC brachte die Gruppe in Bezug auf die europäische Säule sozialer Rechte und hier insbesondere auf den Entwurf einer Richtlinie über transparente und verlässliche Arbeitsbedingungen auf den neuesten Stand. Sie erläuterte auch den Standpunkt des ETUC im Hinblick auf die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und die Verpflichtungen, die sich für Gewerkschaften mit ihren umfangreichen Mitgliederdaten daraus ergeben können. Das Treffen bot auch hochaktuelle Diskussionsrunden zur Rolle der Gewerkschaften hinsichtlich Themen wie Gleichstellung der Geschlechter und #metoo. Letztere erhielt durch die Teilnahme von Ilse Ghekiere, belgische Tänzerin und freischaffende Forscherin, einen speziellen Fokus auf den Bereich Tanz.

Die EuroFIA-Gruppe hat im Laufe ihrer Sitzung auch mehrere Resolutionen verabschiedet. Diese umfassten eine Reihe von drängenden nationalen und internationalen Fragen, die sich direkt auf das Arbeitsleben von KünstlerInnen beziehen:

  • zur angemessenen Rechtevergütung in der Türkei
  • zu geplanten europäischen Regelungen zur Steigerung der Energieeffizienz und den möglichen negativen Auswirkungen auf die Vielfalt der Theaterscheinwerfer
  • zur Freizügigkeit von Theaterschaffenden in der Nach-Brexit-Zeit
  • zur Vertragssituation von TänzerInnen in Spanien

Die Resolutionen können kostenlos auf der Seite der FIA heruntergeladen werden.

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