Jörg Löwer Geschrieben am 31 Mai, 2015

Erste Ergebnisse der Manteltarifverhandlungen

Kombo_GDBA_VdO

Nach der nunmehr siebten Runde der Manteltarifverhandlungen konnten sich GDBA und VdO am 20.05.2015 mit dem Deutschen Bühnenverein in einem ersten Teilpaket über Regelungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen des künstlerischen Personals der deutschen Bühnen verständigen.

Folgende Regelungen sind Gegenstand dieses Teilpakets:

  • Erhöhung der Mindestgage um 7 % in einem ersten Schritt: Ab Beginn der Spielzeit 2015/2016 beträgt die Mindestgage 1.765 €. Ab Oktober steht die Fortsetzung der Verhandlungen für weitere Erhöhungsschritte verbindlich auf der Tagesordnung.
  • Klarstellung in § 7 Abs. 2 NV Bühne dahingehend, dass Fusionen künftig keine Mitwirkungsverpflichtung für die durch die Fusion hinzukommenden Spielstätten begründen, soweit die Fusion nach Inkrafttreten des Änderungstarifvertrags zum NV Bühne zustande kommt. In Anbetracht aktueller Entwicklungen – wie z. B. in Mecklenburg-Vorpommern – werden hier dringend erforderliche tarifliche Regelungen getroffen.
  • Regelungen für den Chor in den §§ 71, 79 NV Bühne, dass eine Mitwirkungspflicht bei Singen mit unterschiedlichen Einzelstimmen im zeitgenössischen Musiktheater nur gegen Zahlung einer angemessenen Sondervergütung besteht.
  • Im Gegenzug Angleichung der Klagefrist gegen Nichtverlängerungen bei der SR Chor auf vier Monate wie in den übrigen Sonderregelungen Solo, BT und Tanz.
  • Einigung der Tarifparteien darauf, dass die Vermittlungsgebühr (SR Solo) vom Arbeitgeber nur noch dann zu zahlen ist, wenn das im Arbeitsvertrag ausdrücklich vereinbart wird oder wenn das Theater einen konkreten Vermittlungsauftrag erteilt hat. Hiermit wird darauf reagiert, dass Agenturen zur Zeit häufig eine Vermittlungsgebühr verlangen, ohne dass eine tatsächliche Vermittlungstätigkeit der Agentur vorlag.

Für die bereits vereinbarte Fortsetzung der Manteltarifverhandlungen im Oktober diesen Jahres sollen die Verhandlungspakete unter Einbeziehung der noch offenen Forderungen neu geschnürt werden. Zu den Punkten, über die nach der Sommerpause weiter verhandelt werden wird, zählen unter anderem Regelungen zum Gastvertragsrecht, ein Nichtverlängerungsschutz für Schwangere und Obleute sowie eine Erhöhung der Probenfreistellung für Mitglieder der Chor- und Tanzgruppenvorstände.

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