Jörg Rowohlt Geschrieben am 12 Dezember, 2014

Deutsche Theater- und Orchesterlandschaft ist immaterielles Kulturerbe

Ludwig BarnayDie deutsche Theater- und Orchesterlandschaft ist in die Liste des deutschen immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Das hat die deutsche UNESCO-Kommission jetzt mitgeteilt.

Damit wird eine in der Welt einmalige Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen gewürdigt, die sich in Schauspiel, Figurentheater, Oper, Operette, Musical, Tanz und Konzert realisiert. Weil Deutschland im 17. und 18. Jahrhundert in zahllose Kleinstaaten zerfiel, entstanden ebenso viele Theater und Orchester. Das Bürgertum des 18. und 19. Jahrhunderts steuerte National- und Stadttheater sowie Konzertgesellschaften bei.
Heute findet die künstlerische Vielfalt von Theatern und Orchestern ihren kulturellen Raum nicht nur in den öffentlich getragenen Stadt- und Staatstheatern sowie Landesbühnen sondern auch in einer großen Zahl von Privattheatern und freien Gruppen.
Neben der Theater- und Orchesterlandschaft hat die UNESCO-Expertenkommission unter anderem auch „Modernen Tanz – Stilformen und Vermittlungsformen der Rhythmus- und Ausdruckstanzbewegung“ aufgenommen.

Die GDBA begrüßt die Entscheidung der UNESCO-Kommission, weil mit ihr nicht nur eine Würdigung existierender Strukturen verbunden ist. GDBA-Präsident Jörg Löwer: „Ich freue mich sehr, dass diese Entscheidung gefallen ist. Der Weg von unserer Resolution anlässlich des Genossenschaftstages 2013 über die anschließende verbandspolitische Gremienarbeit war lang, konnte aber erfolgreich abgeschlossen werden. Jetzt muss es mit Blick auf viele bedrohte Standorte wie Rostock oder Plauen-Zwickau darum gehen, die gepriesene Theaterlandschaft auch in der Zukunft in all ihrer Vielfalt zu erhalten. Politische Sonntagsreden über das Kulturerbe und wochentägliche Zuschusskürzungen widersprechen einander!“

Die Theater können fortan für ihre nicht-kommerzielle Arbeit ein Logo nutzen. Es steht für das Motto der Konvention in Deutschland: „Wissen. Können. Weitergeben.“

Der Genossenschaftstag der GDBA im Mai 2013 hatte die Aufnahme der Theaterlandschaft in die UNESCO-Liste gefordert. Die aktuelle Entscheidung ist ein erster Schritt: Jetzt muss sich Deutschland als Vertragsstaat für eine Berücksichtigung auch auf der internationalen UNESCO-Liste einsetzen.

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