Jörg Löwer Geschrieben am 28 Oktober, 2010

Bürgerprotest und Demonstrationen: DAVOR in Sachsen, DABEI in Halle und DANACH in Hamburg

Ludwig BarnayDeutschlandweit wurde und wird gegen Theaterschließungen und Kulturabbau demonstriert.

Und man könnte nach dem Kulturgipfel am gestrigen Abend in Hamburg fast den Eindruck gewinnen, dass es tätsächlich etwas bringt. Öffentlicher Druck wird eben von der Politik bei entsprechender Stärke wahrgenommen.

Die nächste Wahl kommt bestimmt und ein wütendes Volk führt nicht zur Wiederwahl.

VOR der Demo:

Das Bündnis „Zukunft & Zusammenhalt“ ruft zu einer Demonstration am 03.11.2010 vor dem Sächsischen Landtag auf. Mit einer weiteren großen Aktion vor der Verabschiedung des Doppelhaushaltes im Sächsischen Landtag soll noch einmal gezeigt werden: Soziales, Bildung und Kultur sind mehr wert! Für die Theaterlandschaft in Sachsen geht es vor allem um die Novellierung des Kulturraumgesetzes (mehr hier im GDBA-Blog + hier gehts zur Online-Petition), die zu drastischen Mittelkürzungen bei den meisten Theatern führen würde. Treffpunkt ist um 15.45 Uhr auf dem Carolaplatz in Dresden. Um 16.00 Uhr zieht die Demonstration über die Marienbrücke auf den Landtagsvorplatz (Bernhard-von-Lindenau-Platz). Dort gibt es um 17.30 Uhr eine Kundgebung. Es werden in ganz Sachsen teilweise Sonderzüge eingesetzt. Die GDBA ruft ihre Mitglieder zur Teilnahme auf.

WÄHREND der Demo:

Im Zuge einer „Jubelkundgebung“ in Halle wurde erstmals in der Geschichte des halleschen Stadtrates eine Versammlung gestürmt. Zumeist Kinder und Jugendliche protestierten mit „Thalia!“-Rufen gegen die Schließung des Theaters. Hier ein Video auf YouTube:

Hier ein Bericht auf mz-web.de, dem Online-Portal der Mitteldeutschen Zeitung:

NACH der Demo:

Nach zahlreichen Demonstrationen und Protestaktionen (nachzulesen im GDBA-Blog hier + hier) hat gestern ein „Kulturgipfel“ in Hamburg getagt. Bürgermeister Ahlhaus wird mit den Worten zitiert: „Mir ist es wichtig, ein deutliches Signal aussenden zu können, das heißt: Der Senat hat verstanden.“ Laut Medienberichten bleiben das Altonaer Museum (mit verkleinerter Ausstellungsfläche) und die Bücherhallen erhalten. Die konkrete Einsparsumme für das Schauspielhaus soll erst festgelegt werden, wenn ein/e neue/r Intendant/in gefunden worden ist. Vorerst beträgt der einmalige Konsolidierungsbeitrag für den Doppelhaushalt 2011/2012 1,5 Millionen Euro. Der Bürgermeister hofft aber, dass „ein neuer Intendant das Schauspielhaus zu einer so großen Attraktivität führen werde, dass allein durch die erhöhten Zuschauerzahlen und Mehreinnahmen die Sparziele erreicht werden können“. Nachzulesen hier auf der Website des NDR (Zitat: „Alle Beteiligten an dem Kulturgipfel betonten, dass die Bürgerproteste ganz wesentlich zu diesem Umdenken geführt hätten.“), hier ein Bericht aus der NDR Mediathek, hier ein Bericht auf Hamburg 1 und hier auf WELT ONLINE.

FAZIT:

AB AUF DIE STRASSE, ein neuer Trend, der hilft!!!!!!!!!

NACHTRAG VOM 03.11.2010:
Nach der scheinbaren Einigung beim „Kulturgipfel“ gibt es in Hamburg Unstimmigkeiten über die genauen Modalitäten. Das Schauspielhaus geht von einem einmaligen Konsolidierungsbeitrag in Höhe von 1,5 Millionen Euro aus. Kultursenator Reinhard Stuth (CDU) besteht auf der dauerhaften Kürzung des Etats von 1,22 Millionen Euro nach 2012. Nachzulesen hier in der WELT und hier im Hamburger Abendblatt.

Stellt sich die Frage, ob in Hamburg NACH der Demo VOR der Demo ist und ob solche Querelen auf einen potentiellen Bewerber für das Intendantenamt mit überregionaler Strahlkraft besonders vertrauenswürdig wirken.

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