Jörg Löwer Geschrieben am 14 Juni, 2018

Theaterförderung NRW, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen – Mehr Geld und doch zu wenig

In den letzten Wochen haben drei Landesregierungen eine Erhöhung der Theatermittel angekündigt: Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Diese Ergebnisse waren einerseits dringend notwendig und sind begrüßenswert. Defizite gibt es andererseits aber nach wie vor:

GUT IST: In NRW hat die Landesregierung zusätzliche Landeszuschüsse von 30 Millionen Euro bis 2022 für die kommunalen Theater und Orchester angekündigt. Dieser Aufwuchs ist laut Ministerin an Bedingungen geknüpft. Zum einen dürfen die Kommunen im Gegenzug nicht ihre kommunale Förderung zurückfahren. Und zum anderen sollen sie sich „engagiert zu den Tariferhöhungen verhalten“. Soweit, so gut.
ABER: Der Landesanteil an der Theaterförderung betrüge auch mit den ambitionierten Steigerungen nach vier Jahren gerade 11 Prozent – viel weniger als in allen anderen Bundesländern. Die GDBA fordert deshalb weiterhin 20 Prozent. Und nicht vergessen werden darf: Viele Kommunen in NRW stehen als Träger der Hauptlast der Theaterfinanzierung nach wie vor unter Finanzaufsicht und Gelder für wichtige Aufgaben fehlen an allen Ecken und Enden.

GUT IST: In Sachsen will das Kunstministerium in den nächsten vier Jahren 28 Millionen Euro mehr für die Theater und Orchester ausgeben. Außerdem sollen die Kulturraumzuweisungen um jährlich drei Millionen steigen. Das Geld soll für eine bessere Bezahlung der Beschäftigten an den kommunalen Theatern und Orchestern sorgen.
ABER: Der Freistaat will damit lediglich die bisherige Unterfinanzierung beenden. Ungerechtigkeiten für die Beschäftigten durch die zahlreichen im Land bestehenden Haustarifverträge sollen durch eine Annäherung an den Flächentarifvertrag beseitigt werden.

GUT IST: In Mecklenburg-Vorpommern will die Landesregierung nach 24 Jahren tatsächlich die Landesmittel für die Theaterförderung endlich erhöhen – der Betrag soll von knapp 36 Millionen Euro auf zunächst mindestens 40 Millionen steigen und der Gesamtzuschuss von Land und Kommunen soll dann mit 2,5 % jährlich dynamisiert werden. Das Ziel heißt Flächentarifvertrag und die unsinnige Fusionitis soll ein Ende haben.
ABER: Neben den guten Nachrichten, die eine den Beschäftigten nicht zumutbare Hängepartie hoffentlich beenden, steht trotzdem weiterer Stellenabbau im Nordosten auf der Agenda. Und das, wo die MitarbeiterInnen dort bereits jetzt hoch belastet sind.

Die GDBA freut sich über die guten Nachrichten. Unser Dank gilt stellvertretend für viele andere auch den GDBA-Landesvorsitzenden Sabine Nolde (Nord) , Adil Laraki (NRW) und Hans-Christoph Kliebes (Ost), die die positiven Ergebnisse durch zahlreiche Termine bei politischen VertreterInnen mit ermöglichten.

Vergessen wir bei aller Freude aber nicht, dass es sich zu großen Teilen um überfällige Schritte handelt, denen weitere folgen müssen.

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