Jörg Löwer Geschrieben am 19 September, 2013

Resolution des Landesverbandes Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland der GDBA zur Lage am Theater Trier

Ludwig BarnayDer Landesverband Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland der GDBA hat auf seiner gestrigen Landesverbandsversammlung zur aktuellen Situation in Trier einstimmig eine Resolution verabschiedet. Hier die Resolution im Wortlaut:

 

Die Versammlung des Landesverbandes Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA), die am 18.09.2013 in Frankfurt/Main stattgefunden hat, betrachtet die aktuelle Diskussion um das Theater Trier mit großer Sorge.

Zwar haben die zuletzt gelaufene Petition zum Erhalt des Trierer Theaters als Dreispar­ten-Haus, die zahlreichen Unterschriften und Aktionen sowie die Interviews und Blogbeiträge ihre Wirkung nicht verfehlt – im Raum steht aber immer noch die Ungewissheit für die Theater­schaffenden der Stadt Trier, wie sich die Zukunft tatsächlich ausgestaltet.

Das Theater Trier sorgt mit einem abwechslungsreichen Spielplan für die kulturelle Identität einer ganzen Region. Die dort hart arbeitenden Theaterschaffenden zahlen ihre Steuern und Mieten und leisten mit ihrer Arbeit einen wesentlichen Beitrag für eine lebens- und liebens­werte Stadt. Theater ist gerade in Krisenzeiten ein Baustein für den inneren Zusammenhalt einer Stadtgesellschaft und die ästhetische Bildung von Kindern und Jugendlichen – es strahlt mit seinen Aufführungen und Projekten in die Stadt aus und unterstützt die Entwicklung von mündigen Bürgerinnen und Bürgern, deren kulturelle Identität sich auch abseits der Metropo­len frei entfalten kann. Ohne ein lokales Ensembletheater in Trier droht ein ästhetisch gleich­geschaltetes Allerweltsangebot von Durchreisenden, die das Steuersäckel der Metropolen fül­len, in denen sie wohnen.

Das Theater Trier hat bereits überdurchschnittlich hohe Einsparmaßnahmen geleistet und sei­ne Leistungsfähigkeit, Effizienz und Publikumswirksamkeit wurde von der externer Unterneh­mensberatung ICG bestätigt.

Nun stehen zahlreiche Forderungen nach Rechtsformänderung, privatem Sponsoring, Fusion, Beschäftigung von Managern im Raum, die schon anderswo keine Einspareffekte zur Folge hatten. Hier bedroht blanker Aktionismus ein erfolgreich arbeitendes Theater. Dabei geht es einzig und allein um Kostensteigerungen für berechtigte Tarifanpassungen der Theaterschaf­fenden in Trier. Warum verweigert die Politik in Trier durch vorgeschobene Strukturdebatten den Beschäftigten das, was für viele andere Berufsgruppen zur Normalität gehört? Solche De­batten werden nur geführt, um zu verschleiern, dass es in Wahrheit darum geht, Geld zu spa­ren, weil man Kultur und Künstler nur noch als Finanzproblem sieht.

Wir appellieren an die Verantwortlichen in Trier, bei der Umsetzung ihrer Pläne von weiteren Einsparungen abzusehen und – im Interesse der ihnen anvertrauten Mitarbeiterinnen und Mit­arbeiter sowie der hinter dem Theater stehenden Bevölkerung – das Theater Trier weiterhin zu unterstützen und zu fördern.

Frankfurt/Main, 18.09.2013

Ansprechpartnerin:
Christine Stein
Tel.: 040 / 43 28 244 0
Fax: 040 / 43 28 244 28
E-Mail: presse@buehnengenossenschaft.de

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