Jörg Löwer Geschrieben am 8 November, 2013

Resolution der Berufsgruppe Tanz zum geplanten „Hessischen Staatsballett“

Ludwig BarnayDie Mitglieder der Berufsgruppe Tanz der GDBA betrachten die Pläne zur Gründung eines „Hessischen Staatsballettes“ mit großer Sorge.

Zwar betonte Hessens Kulturministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU), dass dieses Modell nicht aus wirtschaftlichen, sondern aus künstlerischen Gründen entstehe. Auch die künftigen Intendanten der Theater in Wiesbaden und Darmstadt, Uwe Eric Laufenberg und Karsten Wiegand, versicherten, dass die geplante Fusion/Kooperation nicht erfolge, um Geld zu sparen.

Nichtsdestotrotz bedeutet diese Zusammenlegung, dass die Anzahl der festen Stellen von 40 auf 28 sinkt. Dies trifft erneut einen künstlerischen Berufsstand, dessen feste Arbeitsplätze sich seit den 90er Jahren annähernd halbiert haben. Stattdessen will man künftig verstärkt auf freie Tänzer, freie Projekte, Gastchoreografen, Gastspiele sowie Kooperationen mit anderen Häusern und Gruppen setzen.

Die verbleibenden Tänzerinnen und Tänzer müssen künftig zwischen zwei Städten pendeln, was für sie eine hohe Belastung bedeuten wird. Die eingekauften freien Tänzerinnen, Tänzer und Projekte unterliegen nicht dem Schutz von Mindestbedingungen eines Tarifvertrages. Für diese Gäste und freie Gruppen gilt keine Mindestgage. Durch die unständige Beschäftigung außerhalb eines Festengagements ergeben sich soziale Unsicherheit verbunden mit regelmäßiger Arbeitslosigkeit und dem ständigen Damoklesschwert Hartz IV sowie die Bedrohung durch Altersarmut, da nur noch unregelmäßige Versicherungszeiten vorgewiesen werden können.

Wir appellieren als Gewerkschaft an die Verantwortlichen, sicherzustellen, dass das neue Ensemble keine Gehaltseinbußen hinnehmen muss und dass die Kolleginnen und Kollegen, die nicht dem Schutz eines Tarifvertrages unterliegen, zu angemessenen Gagen und Arbeitsbedingungen beschäftigt werden.

Wir als Berufsgruppe Tanz der Gewerkschaft GDBA werden diese Entwicklung sehr genau beobachten, da uns bisher keine Fusionspläne bekannt sind, bei denen es nicht ursächlich um Sparmaßnahmen ging. Elementare Voraussetzung für ein erfolgreiches Modell ist die Einhaltung der Zusagen der Verantwortlichen, langfristig keine Einsparungen vorzunehmen.

Hamburg, 08.11.2013

Ansprechpartner: Tobias Ehinger + Jörg Löwer
Tel.: 040 / 43 28 244 0
Fax: 040 / 43 28 244 28
E-Mail: presse@buehnengenossenschaft.de

Hier gehts zur Resolution als PDF.

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