Jörg Rowohlt Geschrieben am 22 Juli, 2015

Pressemitteilung: Volkstheater = Konzerthaus mit Schauspielbespielung

Die Künstlergewerkschaften Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer (VdO) und Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) haben sich in einer gemeinsamen Presseerklärung zu den drohenden Massenentlassungen am Volkstheater Rostock geäußert:

Kombo_GDBA_VdO

In Rostock drohen Massenentlassungen:

Volkstheater = Konzerthaus mit Schauspielbespielung

Jörg Löwer, Präsident der GDBA, und Gerrit Wedel, stellv. Geschäftsführer der VdO, erklären zu den geplanten Einsparungen am Volkstheater Rostock:

Von den 270 Beschäftigten des Volkstheaters Rostock wären 34 von betriebsbedingten Nichtverlängerungen und 46 von betriebsbedingten Kündigungen betroffen. Weitere Mitarbeiter würden in Rente gehen. Zum Sommer 2017 würden die Sparten Musiktheater und Tanztheater abgewickelt, der Gästeetat gekürzt und die Schauspielsparte bis auf sieben Darsteller zusammengestrichen.

Das wäre das Ergebnis eines Spardiktats, das dem Volkstheater durch die verantwortlichen Politiker aufgezwungen wird. Am Montag hat der Kaufmännische Leiter des Hauses, Stefan Rosinski, das geforderte Umsetzungskonzept fristgerecht vorgelegt.

Mit diesem sogenannten Umsetzungskonzept wird offensichtlich, was schon lange kritisiert und befürchtet werden musste: Die Konsequenz der monate- und jahrelangen Debatten wäre der radikale Abbau eines traditionsreichen Hauses und die Entlassung eines großen Teils der Beschäftigten. Aus dem bisher propagierten 2+2-Modell wird ein 1,5+0 Szenario: An Kooperationen wäre nicht mehr zu denken, da hierfür schlicht das Geld und die entsprechenden Mitarbeiter fehlen würden. Die vollmundigen Versprechen von Oberbürgermeister Roland Methling, den Theaterstandort Rostock zu erhalten und den Bürgern ein interessantes und abwechslungsreiches Theaterangebot zu bieten, sind offenbar gegenstandslos geworden – auch wenn dem OB die Problematik nach eigenen Worten „schleierhaft“ ist und er die von ihm erzwungenen Sparüberlegungen des Theaters nun als „einzige Bankrotterklärung“ sieht.

GDBA und VdO fordern Oberbürgermeister Roland Methling und Kulturminister Mathias Brodkorb (SPD) deshalb auf, ihren desaströsen Kurs des Theaterabbaus in Rostock in letzter Minute doch noch zu korrigieren! Die Bürgerschaft muss die Entscheidung erneut an sich ziehen. Die größte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns hat besseres – ein funktionierendes – Stadttheater verdient!

Rückfragen: 040 4328244-0
V.i.S.d.P.: Jörg Löwer

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