Jörg Rowohlt Geschrieben am 8 April, 2016

Pressemitteilung: Theater Hagen – Künstlergewerkschaften verlangen Unterstützung

Die Künstlergewerkschaften Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer (VdO) und Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) kritisieren in einer gemeinsamen Presseerklärung die Forderungen nach weiteren Einsparungen im Etat des Theaters Hagen:

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Die Künstlergewerkschaften Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) und Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer e. V. (VdO) fordern die Stadt Hagen auf, auf den vorgesehenen Knebelvertrag mit einem neuen Intendanten für das städtische Theater zu verzichten. Dass der ab 2018 amtierende Theaterleiter als Einstellungsvoraussetzung eine weitere Kürzung des Etats von 10 Prozent um 1,5 Millionen Euro akzeptieren soll, betrachten die Gewerkschaften als unseriös.

Tobias Könemann, Geschäftsführer der VdO, sagt voraus: „Zu solchen Bedingungen wird man keine qualifizierten Bewerber bekommen, die ernsthaft den Erhalt dieses wichtigen Theaterstandorts fördern können und wollen.“
Solche Streichungen würden zudem zwangsläufig insbesondere auf dem Rücken der künstlerisch Beschäftigten in Hagen ausgetragen werden. Von Personalabbau im mittleren zweistelligen Bereich ist bereits die Rede. Die Kosten- und Personalstruktur eines Theaters erzwingt auch in diesem Fall, dass allein die Künstler die von kürzungswütigen Politikern aufgebürdeten Lasten schultern müssen. Die Erfahrungen der Nachbarstadt Wuppertal verheißen nichts Gutes.

Adil Laraki, GDBA-Landesvorsitzender in Nordrhein-Westfalen, hält die Kürzungsforderung für die „Quadratur des Kreises“ und sieht sie „zum Scheitern verurteilt“. Entweder werde es einen rudimentären Spielplan geben, der zwar die finanziellen Erwartungen erfüllt, mittelfristig allerdings aber das Theater ruiniere – oder es komme zu einer Insolvenzsituation, weil ein gutes Programm die Sparvorgaben verfehlen muss.
Laraki appelliert an die Solidarität aus Düsseldorf: „Ohne die Unterstützung des Landes werden Hagen und die Städte im Ruhrgebiet ihre Finanzen nicht in den Griff bekommen, selbst wenn sie alle Theater schließen.“

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