Jörg Rowohlt Geschrieben am 20 Dezember, 2017

Pressemitteilung: Kooperation statt Fusion – Beschäftigte im Nordosten nicht aus den Augen verlieren

In einer Pressemitteilung kommentieren die Künstlergewerkschaften Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) und Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer e. V. (VdO) die neuen Pläne zur Kooperation statt Fusion in Mecklenburg-Vorpommern:

Kombo_GDBA_VdO

KOOPERATION STATT FUSION IN MECKLENBURG-VORPOMMERN?

Beschäftigte im Nordosten nicht aus den Augen verlieren

Die Künstlergewerkschaften GDBA und VdO begrüßen eine Kooperation der Theater Neubrandenburg/Neustrelitz sowie Greifswald/Stralsund anstelle der seit Jahren vom Schweriner Kultusministerium geplanten Zwangsfusion zu einem sogenannten Staatstheater Nordost, bei der die Häuser ihre Eigenständigkeit verlieren würden. Die Gewerkschaften hatten bereits in den zurückliegenden Jahren entsprechende Kooperationsmodelle erarbeitet und ins Gespräch gebracht.

Nachdem das geplante Staatstheater Nordost eigentlich bereits am 1. Januar 2018 an den Start gehen sollte, haben sich die beteiligten Rechtsträger und das Land am vergangenen Montag nochmals zusammengesetzt, da Bürgermeister und Landräte Nachbesserungen forderten. Als Ergebnis dieses Treffens erklärte die Kultusministerin Birgit Hesse (SPD), sie sei offen für ein Kooperationsmodell, bei dem die beteiligten Häuser selbständig blieben. Nun wollen die Gesprächspartner im neuen Jahr bei einem weiteren Treffen Einzelheiten einer Kooperation prüfen.

Jörg Löwer, Präsident der GDBA, fordert die Verhandlungsteilnehmer auf, zügig zu einer Lösung zu kommen: „Wenn die Zwangsfusion tatsächlich abgewendet werden kann, ist das gut für Publikum, Beschäftigte und den Kulturstandort im Nordosten. Allerdings sollten Kommunalpolitiker nicht schon darüber spekulieren, dass es auch in einem solchen Falle neue Einsparungen geben müsse, die zu Lasten der Beschäftigten gehen. Nachdem die Künstlerinnen und Künstler seit bald einem Vierteljahrhundert zur Arbeitsplatzsicherung mit Gehältern deutlich unterhalb des Flächentarifs konfrontiert waren, sollte sie das geplante Staatstheater wieder an den Flächentarif heranführen. Daran darf sich auch bei einem Kooperationsmodell nichts ändern!“

Gerrit Wedel, stellvertretender Geschäftsführer der VdO, ergänzt: „Sollten die Beteiligten endlich begriffen haben, dass der Weg der Zwangsfusion nur einen unsinnigen kulturellen Kahlschlag bedeutet? Die Erhaltung der bestehenden Standorte mit ihrer vollen künstlerischen Leistungsfähigkeit muss absolute Priorität haben und ist im Sinne des Publikums und der Beschäftigten der einzig sinnvolle Weg.“

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