Jörg Rowohlt Geschrieben am 6 April, 2018

Pressemitteilung: GDBA zu kommunalen Überschüssen – Kultur gibt es nicht umsonst!

Die GDBA fordert in einer Pressemitteilung anlässlich kommunaler Überschüsse von 10,7 Milliarden Euro im vergangenen Jahr, die Theater und ihre künstlerisch Beschäftigten auskömmlich zu finanzieren:

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KÜNSTLERGEWERKSCHAFT ZU KOMMUNALEN ÜBERSCHÜSSEN:

Kultur gibt es nicht umsonst!

Die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) nimmt die Haushaltsüberschüsse der Kommunen in Deutschland zum Anlass, auf eine auskömmliche Finanzierung der Theater und der dort Beschäftigten zu dringen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben die Gemeinden und Gemeindeverbände im vergangenen Jahr ein Plus von 10,7 Milliarden Euro erzielt. Gleichzeitig stellt sich die Finanzierung der in ihrer Mehrzahl von den gleichen Kommunen getragenen Theater weiterhin als unbefriedigend da. Das betrifft die vielfach maroden Theatergebäude, die oft nicht oder nur knapp ausreichenden Zuschüsse für den laufenden Betrieb und vor allem die Bezahlung der künstlerischen Theaterbeschäftigten. Angesichts der aktuellen Einnahmesituation hält die GDBA es für skandalös, dass an vielen Häusern anfallende Tarifsteigerungen von den Rechtsträgern – in der Regel den Kommunen – nicht übernommen werden. De facto kommt das einer Kürzung des Etats gleich.
Zur Bezahlung konnten die GDBA und die Vereinigung der deutscher Opernchöre und Bühnentänzer e. V. (VdO) mit dem Arbeitgeberverband eine Mindestgage von 2000 Euro vereinbaren, die zum 1. April 2018 in Kraft getreten ist. Angesichts der Hochschulausbildung der allermeisten künstlerisch Beschäftigten und ihrer Arbeitsbedingungen werden sich die Künstlergewerkschaften für weitere Steigerungen einsetzen, für die die jüngsten Zahlen den Spielraum schaffen.

GDBA-Präsident Jörg Löwer: „Politiker in allen Bereichen schmücken sich immer wieder gern mit ihren kulturellen Einrichtungen. Zuletzt war das bei den Verhandlungen zur Koalition von Union und SPD zu beobachten, als die Parteien eine Agenda für Kultur und Zukunft ankündigten. An der praktischen Umsetzung aber hapert es dann – in durchaus wohlhabenden Kommunen wie Bonn wird über Theaterkürzungen nachgedacht. In Görlitz/Zittau, wo die Beschäftigten ohnehin untertariflich bezahlt werden, droht die Insolvenz.
Dabei muss klar sein: Kultur gibt es nicht umsonst!“

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