Jörg Rowohlt Geschrieben am 15 Juli, 2014

Pressemitteilung der GDBA zur Massennichtverlängerung am Theater Trier

Ludwig Barnay

Der designierte Intendant des Theaters Trier macht Tabula rasa. Fast das gesamte künstlerische Solo – Ensemble wurde zum Ende der Spielzeit 2015 / 2016 nichtverlängert.

Der Landesverband Hessen / Rheinland-Pfalz / Saarland der GDBA hat hierzu eine Pressemitteilung veröffentlicht:

Unsensible Massennichtverlängerung in Trier

Der Landesverband Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland der GDBA sieht sich nach Darmstadt, Mainz und Wiesbaden mit einem weiteren Intendantenwechsel zur Spielzeit 2015/16 konfrontiert, bei dem fast das gesamte künstlerischen Ensemble des Theaters Trier ausgewechselt wird.

Eine neue Intendanz soll durchaus die Möglichkeit bekommen, ihre künstlerischen Ziele umzusetzen – dies sieht auch die geltende Rechtsprechung so. Dazu ist aber kein kompletter Wechsel des Ensembles notwendig. Es wird dabei völlig vergessen, dass die Befristung im Normalvertrag Bühne zwar dem jeweils neuen Intendanten einen Handlungsspielraum gewährt, seine künstlerischen Ziele und Visionen durch neue Gesichter Ausdruck zu verleihen. Es ist aber ein herausragendes Charakteristikum künstlerischer Berufsausübung, sich rasch auf wechselnde Stilformen einstellen zu können – dies sollte auch dem bisherigen Ensemble zugestanden werden.

Es drängt sich bei einem derartigen Kahlschlag der Eindruck auf, dass es vor allem um Sparzwänge geht. Am Personal wird gespart, da es nach einem Intendantenwechsel möglich ist, den neu engagierten Kolleginnen und Kollegen nur die Mindestgage zu zahlen.

Bei den jetzt nichtverlängerten Theaterschaffenden handelt es sich um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich in den vergangenen Jahren mit großem Einsatz um den Erhalt ihres Theaters Trier verdient gemacht haben. Dieser Einsatz soll überhaupt keine Berücksichtigung erfahren? Wie soll ein Theater den Zuschauern Werte vermitteln und sich kritisch über gesellschaftliche Entwicklungen äußern, wenn seine Leitung soziale Belange komplett außer Acht lässt und verdienten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern keinerlei Möglichkeit gibt, sich auch unter der neuen Leitung zu beweisen?

Wir begrüßen ausdrücklich die Pläne, das Theater Trier künstlerisch weiterzuentwickeln und auch weiterhin mit einem fest angestellten Ensemble arbeiten zu wollen. Wir kritisieren aber ebenso vehement die Nichtverlängerungen in diesem Umfang.

Der Landesverband Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland der GDBA appelliert an die neue Leitung des Hauses, dass sie diese Kritik annimmt und sich damit auseinander setzt. Noch können Korrekturen vorgenommen und soziale Härten vermieden werden.

Hamburg – Wiesbaden, 15.07.2014
Ansprechpartner:
Ursula Hering – Landesvorsitzende
Jörg Löwer – Präsident
Tel.: 040 / 43 28 244 0
Fax: 040 / 43 28 244 28
E-Mail: lvherpsl@buehnengenossenschaft.de
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