Bericht über das erste Treffen der „Arbeitsgruppe Freischaffende im Landesverband Nord“

Am 16.06.2011 traf sich die während der Landesverbandsversammlung des Landesverbandes Nord verabredete „Arbeitsgruppe Freischaffende“ zum ersten Mal in der Hauptgeschäftsstelle der GDBA. Die Landesvorsitzende Sabine Nolde und der Vertreter der Freischaffenden im Landesvorstand Jörg Löwer riefen die Arbeitsgruppe ins Leben, nachdem bereits in 2010 das erste Treffen der Freischaffenden im Landesverband Nord veranstaltet worden war. Es hatte sich gezeigt, dass die Anliegen der Freischaffenden einer stärkeren Berücksichtigung in der Verbandsarbeit bedürfen und nicht im Rahmen einer Landesverbandsversammlung quasi nebenbei abgehandelt werden konnten.

Der Anteil der freischaffenden Kolleginnen und Kollegen innerhalb der Mitgliedschaft steigt, was eine direkte Folge der Reduzierung der Festengagements an den Theatern in öffentlicher Trägerschaft sein dürfte. Speziell in der Rechtsberatung schlägt sich diese Veränderung nieder, da inzwischen der größere Anteil der Beratungsanfragen aus dem Bereich der Freischaffenden gestellt wird. Schwerpunkte sind Problemlagen, die sich aus der Beschäftigung als Selbständige ergeben, aber auch sozialversicherungsrechtliche Fragestellungen spielen eine immer größere Rolle. In viel stärkerem Maße als das bei unseren festangestellten Mitgliedern der Fall ist, erfolgen diese Anfragen häufig aus existenzbedrohenden Lebensumständen heraus – wenn es beispielsweise um die Folgen von Arbeitsunfällen oder Insolvenzen geht.

Teilnehmer der „Arbeitsgruppe Freischaffende“ sind außer Kollegin Nolde und Kollege Löwer: Darlene Dobisch (Koloratursopran), Claudia Reimer (Schauspielerin), Konstanze Ullmer (Schauspielerin, Regisseurin, stellv. Leiterin des Hamburger Sprechwerks), Christoph Huber (Schauspieler, Mitbegründer der freien Gruppe „stille hunde“) und Sören Fenner (Musicaldarsteller, Gründer von theaterjobs.de).

Die Arbeitsgruppe hat sich an ihrem ersten Treffen zunächst auf vier Themenfelder geeinigt, die zukünftig genauer in Betrachtung genommen werden sollen:

  • Gastvertragsrecht an öffentlich getragenen Theatern;
  • effektivere Einbindung von Freischaffenden in die Verbandsarbeit;
  • effektivere Mitgliederwerbung im Bereich der sehr mobilen Gruppe der Freischaffenden;
  • Vertragsmodelle außerhalb von Tarifverträgen.

Die Arbeitsgruppe will bis zum Genossenschaftstag 2013 Vorschläge einbringen, die zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von freischaffenden Mitgliedern beitragen und die die Position dieser Gruppe innerhalb des Verbandes stärken. Sofern sich die Einrichtung dieser Arbeitsgruppe in der Praxis bewährt, kann sie beispielgebend sein für weitere Initiativen auch in anderen Landesverbänden.

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