2. Freischaffenden-Treffen der GDBA im Landesverband Nord

Am Donnerstag den 6. März 2014 fand das 2. Treffen der freischaffenden Mitglieder im Landesverband Nord der GDBA statt. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde präsentierte Landesverbandsvorsitzende Sabine Nolde zusammen mit Präsident Jörg Löwer und Freischaffendenvertreter Sören Fenner die Entwicklung der letzten Jahre.

Einbeziehung der Freischaffenden in die Gewerkschaftsarbeit
Die GDBA hat sich in den letzten Jahren massiv auf die Belange der Freischaffenden eingestellt. Wie jede gute Gewerkschaft organisiert sich die GDBA „von unten“, d. h. über Lokalverbände an den einzelnen Theatern. Als freischaffender Theaterakteur ist man aber nicht fest an ein Haus gebunden. Hier galt es eine Lösung zu finden.
Im Landesverband Nord öffneten Sabine Nolde und Jörg Löwer in den vergangenen Jahren die GDBA für die Freischaffenden, indem sie freiberufliche Gewerkschaftsmitglieder verstärkt an der Arbeit der Gewerkschaft beteiligten – so werden z. B. regelmäßig Freischaffenden-Treffen organisiert Aus dem ersten Treffen dieser Art entstand eine Arbeitsgruppe, die zwei Jahre an für Freischaffende besonders relevanten Themen arbeitete. Inzwischen sind zusätzlich zu dem Vertreter der Freischaffenden im Landesvorstand Nord – der die Themen der freiberuflichen KollegInnen in die Gremien trägt – viele freiberufliche Theaterschaffende in verantwortliche Positionen des Landesverbandes gewählt worden.

Mindestgage bei Gastverträgen als Haupt-Thema
In der erwähnten Arbeitsgruppe der Freischaffenden Nord wurde so das Thema „Mindestgage beim Gastvertrag“ bearbeitet. Ein Thema, das eigentlich alle freiberuflich tätigen Theaterakteure betrifft. Eine entsprechende Forderung wurde von der Arbeitsgruppe ausgearbeitet und steht inzwischen auf der Agenda der diesjährigen Tarifverhandlungen mit dem Deutschen Bühnenverein.
Außerdem wurden dem letzten Genossenschaftstag 2013 Satzungsänderungen vorgeschlagen und durch diesen beschlossen, die die freischaffenden TheaterkollegInnen – zum Beispiel bei der Anzahl der Delegierten – mit den im Festengagement arbeitenden Gewerkschaftsmitgliedern gleichstellt.

Initiative lohnt sich
Die Erfahrung der letzten Jahre hat eines gezeigt: wenn man sich in die Gewerkschaftsarbeit einbringt, Initiative zeigt und auch ein bisschen Geduld mitbringt (denn Dinge brauchen Zeit), hat man gute Chancen, dass die spezifischen beruflichen Themen angepackt und gelöst werden können.

Neue Themen
Was sind nun die Themen der Freischaffenden heute?
Bei der Agentur für Arbeit oder den Jobcentern herrscht häufig Unkenntnis über die spezifischen Arbeitsumstände von Theaterschaffenden. Außerdem ist es weiterhin nicht zu akzeptieren, dass man in die Arbeitslosenversicherung einzahlen muss, aber so gut wie keine Chance hat, ALG I zu bekommen, weil die nötige Anzahl von Tagen mit sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung im Bemessungszeitraum nicht zusammen kommt.
Es gibt immer wieder Unklarheiten, ob bzw. wann Theater die kurzfristig beschäftigten KollegInnen fest anstellen müssen oder auf Honorarbasis beschäftigen dürfen. Scheinselbständigkeit ist eines der Hauptprobleme in der Beratungssituation der Rechtsabteilung, da Theaterveranstalter regelmäßig versuchen, durch den Abschluss von regelwidrigen Honorarverträgen Kosten zu sparen.
Hier zeigt sich auch, dass die Durchsetzung der persönlichen Rechte ein schwieriges Thema ist. Viele KollegInnen haben Angst, als Querulanten zu gelten und nicht wieder beschäftigt zu werden, wenn sie gegenüber den Theatern auf ihre Rechte bestehen.
In den Berufsausbildungen für die Theaterberufe muss das Thema Berufsvorbereitung eine größere Rolle spielen. Dazu gehört auch die Information, dass es Gewerkschaften gibt und wie sie arbeiten.

Freie_Nord

Mitmachen
Um diese Themenfelder zu bearbeiten und von Gewerkschaftsseite Lösungen anbieten zu können, brauchen wir KollegInnen, die dem Beispiel des Landesverbandes Nord in ihrer eigenen Region folgen oder sich bei uns im Landesverband beteiligen. Meldet Euch und macht mit!

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