Jörg Löwer Geschrieben am 4 März, 2014

Offener Brief der Landesverbandsversammlung Nord der GDBA an den Rat der Stadt Schleswig

Ludwig BarnayIn der Schleswiger Ratsversammlung am 27. Februar hat es keine Mehrheit für einen Theater-Neubau gegeben. Vor der Abstimmung demonstrierten die MitarbeiterInnen des Theaters vor dem Schleswiger Rathaus für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Der Ausfall des Gesellschafters Schleswig bedroht die komplette Existenz des Theaters spätestens ab 2017 und eine Gesellschafterkonstruktion ohne Beteiligung der Stadt Schleswig zahlreiche Arbeitsplätze am Schleswig-Holsteinischen Landestheater (mehr auf ndr.de). In dieser Situation hat sich am 3. März die Landesverbandsversammlung Nord der GDBA in einem offenen Brief an den Rat der Stadt gewandt:

Offener Brief zum Theaterstandort Schleswig

Sehr geehrte Damen und Herren,

die GDBA als Vertretung der künstlerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters beobachtet mit großer Sorge die jüngsten Entwicklungen um das Theater in Schleswig.

Der Rat der Stadt hat sich am 27. Februar 2014 gegen den Neubau einer Spielstätte in Schleswig entschieden. Sollte diese Entscheidung zur Folge haben, dass der Theaterstandort Schleswig in Zukunft komplett wegfällt, hätte dies eine verheerende Auswirkung auf die Gesamtkonstruktion des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters und zahlreiche der ca. 340 Arbeitsplätze wären akut bedroht. Mit der in letzter Konsequenz zu befürchtenden Insolvenz und der Infragestellung des gesamten Gesellschaftermodells würde die Theaterversorgung im nördlichen Schleswig-Holstein auf dem Spiel stehen.

Der Sanierungsbedarf des Theaters am Lollfuß war lange bekannt, die 2011 erfolgte Schließung eine Folge davon. Die Landesregierung in Kiel hatte eine finanzielle Beteiligung an dem Neubau in Aussicht gestellt. Das bereits entwickelte Finanzierungsmodell wird durch Ihre Entscheidung nun akut gefährdet.

Die Landesverbandsversammlung Nord der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) – die am 3. März 2014 tagte – appelliert deswegen eindringlich an die im Rat der Stadt vertretenen Parteien, konstruktiv eine Lösung zu finden und alles dafür zu tun, dass das Schleswig-Holsteinische Landestheater als kultureller Leuchtturm im Flächenland Schleswig-Holstein erhalten bleibt.

Die Solidarität der Beschäftigten, die in der Vergangenheit in schwierigen Situationen auch mit Haustarifverträgen zu ihrem Theater gestanden haben, darf keine Einbahnstraße sein!

Mit freundlichem Gruß

Sabine Nolde, Landesverbandsvorsitzende
Jörg Löwer, Präsident der GDBA

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