Petition zum Erhalt des Trierer Theaters als Ensemble-Theater

Ludwig BarnayDas Theater Trier bittet um Unterstützung. Mit der Unterzeichnung einer Online-Petition appellieren UnterstützerInnen an den Trierer Stadtrat für den Erhalt als Ensemble-Theater in einem Drei-Sparten-Haus mit Musiktheater-, Schauspiel- und Tanztheaterensemble und gegen Kulturabbau mit ungeahnten Folgen. Hier die Petition im Wortlaut:

Pro Ensemble-Theater Trier

DEINE STADT – DEIN THEATER – DEINE KULTUR

  • das Trierer Theater gehört bundesweit zu den am niedrigsten finanzierten Dreispartenhäusern
  • überdurchschnittlich hohe Einsparmaßnahmen sind bereits erfolgt
  • hohe Leistungsfähigkeit, Effizienz und Publikumswirksamkeit wurde von externer Unternehmensberatung ICG attestiert
  • keine weiteren Einsparmöglichkeiten im gegenwärtigen Bestand
  • bis Juni 2013 sollen „strukturelle“ Maßnahmen durch die Unternehmensberatung ICG erarbeitet werden, um zusätzliche 400.000 Euro pro Jahr einzusparen
  • die 210 Mitarbeiter/innen des Theaters Trier befürchten die kurzfristige Umsetzung der schlimmsten Szenarien: Personalentlassungen im großen Rahmen

Ergänzung der Petition vom 17.05.2013: Ich stimme den „strukturellen“ Änderungen nicht zu und setze mich mit meiner Stimme für den gegenwärtigen Bestand des Theaters Trier und all seiner Sparten und des Philharmonischen Orchesters ein!

Begründung:

  1. Das Trierer Theater gehört bundesweit zu den am niedrigsten finanzierten Dreispartenhäusern!
    Ausgehend von der städtischen Förderung des Theaters, die letztendlich 1-2 % des Trierer Gesamthaushaltes ausmacht, profitieren die Bürger/-innen durch zusätzliche Landeszuschüsse von 5,6 Millionen Euro, da das Theater als einer der größten Arbeitgeber mit 210 steuerzahlenden Mitarbeitern und gleichzeitiger Auftraggeber für städtische und regionale Zuliefer- und Handwerksbetriebe ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor ist.
  2. Die im vergangenen Jahr verhängten überdurchschnittlich hohen Einsparmaßnahmen nahmen keine Rücksicht auf die Planungsabläufe im Proben- und Spielbetrieb, sondern gefährdeten diese sogar empfindlich!
  3. Alle Mitarbeiter/-innen haben diese Vorgabe, oftmals bis zur Grenze der Belastungsfähigkeit, konstruktiv, ideenreich und mit Verständnis für die schwierige wirtschaftliche Lage der Stadt mitgetragen, wenn auch mit schmerzlichen, künstlerischen Kompromissen!
  4. Seit Sept. 2012 begleiteten und unterstützten die Theaterleitung sowie die Mitarbeiter/-innen mit all ihren Kräften die Untersuchungen zum Beratungsauftrag der Fa. ICG nach weiteren Einsparmaßnahmen!
  5. Das von der Stadt in Auftrag gegebene Gutachten der Firma ICG bestätigt die hohe Leistungsfähigkeit, Effizienz und Publikumswirksamkeit explizit und die Unmöglichkeit von weiteren Einsparmöglichkeiten im gegenwärtigen Bestand!
  6. Die ICG wurde am 11.04.13 durch Herrn Beigeordneten Egger und die Mehrheit der Mitglieder des Kulturausschusses beauftragt nach weiteren zusätzlichen Einsparpotentialen von 400000 Euro pro Jahr zu suchen.
  7. Dieses ist nur noch durch „strukturelle Änderungen“ im Theaterbetrieb, d. h. die Beschneidung der drei Sparten in ihrer Existenz zu erreichen.
  8. Die 210 Mitarbeiter/-innen befürchten die kurzfristige Umsetzung der schlimmsten Szenarien:
    Die ausschließliche Nutzung des Theaters als reines Bespieltheater: Dies würde die Kündigung fast aller Mitarbeiter/-innen bedeuten!
    Die Zusammenlegung der Theater Kaiserslautern, Koblenz und Trier zu einem Landestheater = Kündigung eines Großteils aller Mitarbeiter/-innen in den Theatern aller drei Städte!
  9. Dieses Vorgehen wäre der Höhepunkt einer Kette von „Konsolidierungsmaßnahmen“, mit der Folge eines bisher beispiellosen kulturellen Kahlschlags in der Weltkulturerbe-Stadt. Der begann spätestens damit, dass im Jahre 2010 die Mittel für die Antikenfestspiele ersatzlos gestrichen und das Festival eingestellt wurde.
  10. Es wird riskiert,
    • dass die Trierer Kulturlandschaft ausblutet und damit zur „Provinz“ im schlechtesten Sinne des Wortes herabgewürdigt wird,
    • dass ihr bisheriges Alleinstellungsmerkmal des vielseitigen Ensembletheaters als wichtiger Standortfaktor eliminiert wird,
    • dass nicht nur Trier damit sein unverwechselbares Gesicht verlöre.

    Die nachhaltig verheerende Wirkung eines bundesweiten negativen Echos sei hierbei nur am Rande erwähnt, zumal es dem Theater Trier immer wieder gelingt, mit seinen Produktionen bundesweite mediale Beachtung zu erlangen.

  11. Die gegenwärtige künstlerische Unterrichtstätigkeit durch eine Vielzahl von Orchester- und Ensemblemitgliedern und die identifikationsstiftende Zusammenarbeit von professionell ausgebildeten Ensemblemitgliedern des Theaters mit Schulen, den Universitäten und allen kulturellen Institutionen der Stadt Trier, in vielen soziokulturellen Projekten, in der interaktiven, generationsübergreifenden Einbindung der Bevölkerung im Rahmen der Theater- und Musikpädagogik (Theaterclub 60 +, Jugendtheaterclub) bereicherten das kulturelle Leben der Stadt in vielfältiger Weise und sind ebenso in ihrer Existenz bedroht!
  12. Nur durch das Zusammenspiel und die gegenseitige Ergänzung aller drei Sparten und dem Orchester kann ein Theater seine volle Strahlkraft entfalten! Tausende von Zuschauern konnten in dieser Spielzeit dieses u.a. bei ihren Besuchen der Inszenierungen der Oper LA TRAVIATA (Musiktheater und Orchester), des Musicals EVITA, des Schauspiels LEBEN DES GALILEI, die WELTMUSIKKONZERTE des Philharmonischen Orchesters oder gerade jetzt mit der Tanztheaterinszenierung von FALCO erleben und bedankten sich dafür mit der allergrößten Zustimmung.
  13. Die unwiderrufliche Beschädigung einer Bühne mit über 200-jähriger Tradition, verbunden mit dem langfristigen Verlust von über 200 Arbeitsplätzen in Trier und somit auf eine noch tiefere Beschneidung des ohnehin deutlich reduzierten Kulturangebots.

Wir fordern daher alle, die im Stadtrat politische Verantwortung für diese Stadt tragen, sowie alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich für das Theater in seiner jetzigen Form als Dreispartentheater einzusetzen! In der Sitzung des Kulturausschusses am 13.06.13 und der Stadtratsitzung am 03.07.2013 soll der Rat der Stadt Trier über die Zukunft des Theaters Trier entscheiden.

Trier, 13.05.2013 (aktiv bis 12.07.2013)

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