Zunehmend nutzen Theaterschaffende oder Theaterfreunde die Möglichkeiten des Internets, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen.  Oder es werden öffentlichkeitswirksame Aktionen initiiert, die über das Internet rasche Verbreitung finden. Wir haben die aktuellen Aufrufe, Erklärungen in eigener Sache, offenen Briefe und Petitionen für alle Interessierten zusammengestellt:

Das Theaterhaus Jena hat einen Aufruf gestartet, da zwei Darsteller der Produktion “My heart will go on” von Abschiebung bedroht sind. In dem Aufruf heisst es: “Es ist nicht tragbar, dass zwei essentielle Darsteller inmitten einer so wichtigen Produktion von der Teilnahme ausgeschlossen und in ihre jeweiligen Heimatländer abgeschoben werden (…)”. Hier geht es zum kompletten Aufruf.

Aus Solidarität mit “den homosexuellen und allen anderen aufgeklärten und toleranten Russinnen und Russen” boykottiert der Berliner Friedrichstadt-Palast alle russischen Aktivitäten. In einer Erklärung heisst es: “Derzeit jedoch schüren konservative russische Politiker eine Hexenjagd auf Homosexuelle. Die Diskriminierung von Homosexuellen in St Petersburg und anderen Provinzstädten sowie die beabsichtigte Ausdehnung dieses schwachsinnigen Gesetzes auf ganz Russland ist nicht akzeptabel.” Hier die komplette Erklärung.

Eine Online-Petition ruft zur “Rettung des letzten Fünfspartentheaters Thüringens mit den Häusern in Gera und Altenburg!” auf. Die Initiatoren schreiben: “Wir fordern die Landesregierung und die Gesellschafter auf, die erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen, um das Mehrspartentheater von Theater und Philharmonie Thüringen in der jetzigen Form und Größe zu erhalten.” Die Petition kann hier gezeichnet werden.

In Halle kämpft man wieder Für eine lebendige und vielfältige Kulturlandschaft in Halle und den dauerhaften Erhalt des Thalia!”. Die Petenten stellen darin Forderungen an die Politik: “Bürger der Stadt protestieren gegen destruktive Kulturpolitik in Halle. Für eine lebendige und vielfältige Kulturlandschaft in Halle! Gegen die Ökonomisierung von Kunst und Kultur! Für den dauerhaften Erhalt des Kinder- und Jugendtheaters Thalia!” Hier gehts zur Petition.

Die MitarbeiterInnen der Oper Köln haben eine Petition mit dem Titel “WIR für UNSERE Oper Köln” gestartet. Darin heisst es: “Wir, die Mitarbeiter der Oper Köln, übernehmen Verantwortung für unsere beruflichen Aufgaben und Ziele. Wir geben uns und allen, die Oper in Köln schätzen und lieben eine Stimme, treten aus unserer Anonymität heraus und fordern von der Kölner Stadtpolitik verantwortungsvolles Handeln und Entscheidungen, die Planungssicherheiten über das Interim hinaus garantieren.” Die Petition finden Sie hier.

Eine Koalition der Freien Szene Berlins hat in einem offenen Brief an die Stadt Berlin ein 10-Punkte-Programm für eine neue Kulturpolitik aufgestellt. Darin enthalten sind u.a.: “Die Koalition der Freien Szene fordert eine Erhöhung der Ausgaben für Kultur innerhalb des Berliner Gesamthaushalts und dabei insbesondere eine substanzielle Aufstockung der Förderetats für freie Projekte. Die Einführung einer Citytax wird begrüßt. Mindestens 50% der Einnahmen aus der Citytax sollen in die Förderung der Freien Szene fließen. (…) Schaffung und Förderung von Häusern mit eigenen Produktionsetats für die Freie Szene. (…) Einführung einer Honoraruntergrenze für öffentlich geförderte freie Künstler. (…)” Die Petition im Wortlaut ist hier zu lesen.

Die freie Kultur in Leipzig hat sich ebenfalls zusammen geschlossen und nennt ihre Initiative “Fünf für Leipzig!”. Die Gruppe fordert das Anwachsen des Anteils der Freien Kulturszene am Kulturhaushalt bis zum Jahr 2013 auf 5 Prozent. Hier die komplette Petition.

 

NACHTRAG VOM 18.04.2012:
Auch zum Erhalt des in finanzielle Schieflage geratenen Grips-Theaters gibt es jetzt eine von Berliner Eltern initiierte Online-Petition. Dort wird gefordert: “Ausgleich des aktuellen Defizits des Grips-Theaters. Eine Erhöhung des Etats, um dauerhaft die Qualität des Theaters und das Grips-Theater für uns alle zu sichern.” Zur Petition gehts hier.